Tank&Rast will mit Toilettensystem Sanifair expandieren

Berlin – Deutschlands größter Raststättenbetreiber Tank&Rast rollt sein Toilettensystem Sanifair in ganz Europa aus: „Wir expandieren mit Sanifair – zum einen ins Ausland, zum anderen an Standorte abseits der Autobahn wie zum Beispiel Bahnhöfe und Shoppingcenter“, sagte Karl-H. Rolfes, der Vorsitzende der Geschäftsführung von Tank&Rast, der „Welt“. Sanifair habe das Image von öffentlichen Toiletten in Deutschland verändert. „Das wollen andere Länder nun auch schaffen. Und wir helfen dabei gerne.“

Bei Sanifair bezahlen die Kunden 70 Cent für einen Toilettenbesuch. Anschließend bekommen sie einen Bon im Wert von 50 Cent zurück, mit dem sie an der Raststättenkasse auch andere Dinge bezahlen können. Dass der Preis Ende 2009 um 20 Cent erhöht wurde, hat Tank&Rast den Unmut vieler Reisender eingebracht, berichtet die „Welt“. „Wir mussten den Preis bei Sanifair leicht anheben, um den hohen Qualitätsstandard aufrechterhalten zu können“, begründete Rolfes. Weitere Erhöhungen stehen vorerst offenbar nicht an. „Diese Frage stellt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht“, sagte Rolfes. Sanifair ist nicht das einzige Geschäftsfeld, mit dem Tank&Rast in den kommenden Jahren wachsen will. Der ehemalige Staatsbetrieb plant auf den Bau und Betrieb von Autohöfen, schreibt die „Welt“. Dieses Format unterscheidet sich von Raststätten unter anderem durch die Erreichbarkeit. Während eine Raststätte direkt an der Autobahn liegt, sind Autohöfe daneben, also beispielsweise in der Nähe einer Abfahrt. „Aktuell gibt es mehr als 150 Autohöfe in Deutschland, davon betreiben wir gerade einmal fünf. Diese Zahl wollen wir in den kommenden Jahren weiter ausbauen“, kündigte Rolfes an. Geplant seien zudem auch Neubauten von Raststätten. „Bedarf besteht vor allem entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, also dort, wo zuletzt neue Autobahnen gebaut wurden“, sagte Rolfes. Der Manager rechnet pro Jahr mit zwei bis drei Neueröffnungen. Dort sollen dann auch bekannte Systemgastronomieanbieter integriert werden. „Mittlerweile haben wir über 125 Franchise-Module in unseren Raststätten. Gleichzeitig testen wir immer neue Konzepte“, sagte Rolfes. „Wir sind offen für neue Partnerschaften.“ Dass die Preise auf den Raststätten hoch sind, ficht Rolfes nicht an. Als zu teuer empfindet er die Preisgestaltung aber nicht: „Die Preise sind aus meiner Sicht angemessen.“ Natürlich sei ein Schokoriegel dort teurer als im Supermarkt. „Eine Raststätte hat aber auch 24 Stunden geöffnet, und das an 365 Tagen im Jahr. Dass sich daraus eine andere Kostenstruktur ergebe als bei einem klassischen Supermarkt, liege auf der Hand.

Über dts Nachrichtenagentur

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