Syriza-Wirtschaftsberater warnt vor Zerfall der Währungsunion

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Frankfurt/Main – Jannis Miliós, wichtigster Wirtschaftsberater der griechischen Regierungspartei Syriza, zeigt sich unbeeindruckt von der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), griechische Staatsanleihen nicht mehr als Sicherheit für normale geldpolitische Geschäfte zu akzeptieren, und warnt zudem vor einem Zerfall der Währungsunion. Wenn die EZB jetzt noch Notfallkredite von der griechischen Zentralbank an die Banken untersagen würde, müsste Griechenland wohl die Währungsunion verlassen, sagte Miliós im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). „Das kann und wird die EZB nicht tun“, ist der Ökonom überzeugt und warnt: „Wenn ein Land die Währungsunion verlassen muss, zerfällt die Währungsunion, egal wie klein das Land ist.“

Der in Deutschland ausgebildete Wirtschaftsprofessor mit Sitz im Zentralkomitee der Syriza appelliert an die EZB und die Partnerländer: „Wir sind aufeinander angewiesen. Wir sind keine Gegner, wir sind Partner.“ Trotz seines Rufes als marxistischer Hardliner innerhalb der Syriza gibt sich Miliós als „Seelenverwandter“ von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU): „Die Syriza ist eine Anti-Schuldenpartei“, beteuert er.

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