Studie: Zementindustrie produziert klimaschädlicher als vor zehn Jahren

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – Die europäische Zementindustrie produziert klimaschädlicher als vor zehn Jahren. Das geht aus einer Studie der britischen Umweltschutzorganisation Sandbag hervor, berichtet der „Spiegel“. Demnach erzeugte die energieintensive Branche vergangenes Jahr 144 Millionen Tonnen CO2. Das sei mehr als jeder andere Industriesektor in Europa und über doppelt so viel, wie ganz Irland in die Luft ablasse.

Durch entsprechende Lobbyarbeit sei es der Branche gelungen, vom EU-Emissionshandelssystem verschont zu bleiben. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, bekam sie aus Brüssel kostenlose Emissionszertifikate, schreibt der „Spiegel“ weiter. Phil MacDonald von Sandbag spricht von „perversen Anreizen“ eines Systems, das nicht diszipliniere, sondern zu mehr Emissionen führe. Die Branche sei „überbehütet“ und habe „die Modernisierung verschlafen“: Während die Zementhersteller in Europa im Jahr 2005 noch mit 654 Kilo CO2 pro produzierter Tonne Zement auskamen, brauchten sie 2014 sogar 678 Kilo, errechnete Sandbag. Der Industrieverband Cembureau in Brüssel spricht dagegen von einer leichten Reduktion und wirft Sandbag ungenaue Kalkulationen vor, schreibt das Nachrichtenmagazin weiter. Allerdings sei selbst nach den Zahlen des Verbands der CO2-Ausstoß von 2013 auf 2014 angestiegen.

Die Erde aus dem Weltraum aufgenommen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Die Erde aus dem Weltraum aufgenommen, über dts Nachrichtenagentur