Studie: Wirtschaft investiert immer weniger auf ihrem Heimatmarkt

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Berlin – Die deutsche Wirtschaft investiert immer weniger auf ihrem Heimatmarkt. Das geht aus einer Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervor, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet. „Der Trend geht dahin, dass kleine und mittlere Unternehmen ihre Investitionen abschmelzen und große Unternehmen netto gar nicht mehr in Deutschland investieren“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Seit 2004 sind die Nettoinvestitionen von Großunternehmen – also die Investitionen abzüglich der Abschreibungen – der „Welt am Sonntag“ zufolge mit rund 100 Milliarden Euro im Minus. Beim Mittelstand sehe es auf dem Papier zwar besser aus: Seit 2004 übertreffen die Nettoinvestitionen demnach die Abschreibungen um 350 Milliarden Euro. Aber seit 2006 weise der Trend auch hier nach unten. Die so genannte „Investitionsdeckung“, das Verhältnis aus Neuinvestitionen und Abschreibungen, sei seit ihrem Höchstwert 2006 von 156 auf 116 Prozent gefallen. Gleichzeitig sei der Anteil der kleineren Firmen, bei denen die Abschreibungen die Investitionen übersteigen, von 50 auf 56 Prozent gestiegen. „Deutsche Unternehmen melden sich nicht beim Einwohnermeldeamt ab“, warnte Michael Fuchs, Vize-Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht durch ein Übermaß zusätzlicher Belastungen unseren derzeit noch brummenden Wirtschaftsmotor überfordern oder gar abwürgen.“ KfW-Ökonom Zeuner will noch keine Panik verbreiten. Aber auch er sagt: „Die Politik sollte die Entwicklung genau beobachten und Ursachenforschung betreiben.“ Gegebenenfalls müsse sie gegensteuern, etwa über großzügigere Abschreibungsregeln.

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