Studie: Vielfach negative Renditen bei Bausparverträgen

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Berlin – Das Zinstief und hohe Abschlussprovisionen treffen Bausparer hart, die derzeit einen neuen Vertrag abschließen und damit vor allem Eigenkapital ansparen möchten: Nach einer Studie für das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe) müssen sie in der Ansparphase aktuell vielfach mit negativen Renditen rechnen. Der Grund dafür seien neben den Minizinsen, die viele Bausparkassen derzeit offerieren, die hohen Kosten für den Vertrieb. „Bei den meisten Tarifen sind die Abschlussgebühren höher als die Zinserträge bis zur Zuteilung des Bausparvertrags“, sagte Niels Nauhauser, Abteilungsleiter Altersvorsorge, Banken, Kredite bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Wie sich die Abschlussgebühren auswirken, zeigt eine Rechnung der FMH Finanzberatung für das „Handelsblatt“: Bei einer Bausparsumme von 100.000 Euro und einer üblichen monatlichen Sparrate von 300 Euro könne ein Bausparkunde trotz eines Zinses von 0,25 Prozent nach einer Ansparphase von sieben Jahren bei Bausparkassen mit Vertriebskosten von 1,6 Prozent eine tatsächliche Rendite von Minus 1,12 Prozent einfahren. Die FMH-Analyse zeige: In 13 von 31 untersuchten Tarifen wird eine solche Abschlussprovision von bis zu 1,6 Prozent fällig. Bei den restlichen Tarifen gehe immerhin noch ein Prozent an den Vertrieb. Inwieweit bei den aktuellen Guthabenzinsen durch die Abschlussgebühr in der Sparphase eine negative Rendite entstehe, hänge vom konkreten Tarif und dem individuellen Sparverhalten ab, erklärt Andreas Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen. „Einer negativen Rendite steht jedoch in jedem Fall eine positive emotionale Rendite gegenüber: eine höhere Kalkulationssicherheit“, erklärte Zehnder dem „Handelsblatt“. „Dieser Vorteil mag nicht bezifferbar sein“, so der Verbandschef. „Aber es gibt ihn – und er ist doch seit jeher das eigentliche Motiv für den Abschluss eines Bausparvertrags“.

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