Studie: US-Unternehmen hängen Europas Konzerne beim Profit ab

Euro- und Dollarscheine, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Euro- und Dollarscheine, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Im Wettrennen mit der US-Konkurrenz haben Europas Konzerne immer stärker das Nachsehen: Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn stehen die Top 300 der USA laut einer Studie deutlich besser da als die Branchenschwergewichte in Europa. Die deutschen Konzerne bilden da keine Ausnahme. Vor allem der starke Euro erweist sich für Europas größte Unternehmen als erhebliche Bürde.

Das geht aus der Branchenstudie der Unternehmensberatung Ernst&Young (EY) hervor, die der „Welt“ exklusiv vorliegt. Demnach verzeichneten die 300 umsatzstärksten Unternehmen in Europa im Jahr 2013 einen Gewinnrückgang von drei Prozent auf zusammengerechnet 643 Milliarden Euro. Jenseits des Atlantiks konnten die 300 größten Konzerne mit einem Gewinnanstieg von fünf Prozent auf umgerechnet 831 Milliarden Euro ihren Vorsprung im abgelaufenen Geschäftsjahr hingegen deutlich ausbauen. „Das Jahr 2013 war kein gutes Jahr für die europäischen Top-Konzerne“, sagt EY-Manager Markus Thomas Schweizer. Grund sei die schleppende Entwicklung der europäischen Wirtschaft, die derzeit wenig Wachstumspotenzial biete. Auch bei der Profitabilität driften die Konzerne dies- und jenseits des Atlantiks immer weiter auseinander. Während die durchschnittliche Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Europa auf neun Prozent sank, stieg dieser Wert bei den US-Konzernen auf 11,9 Prozent – und liegt damit mittlerweile um gut ein Drittel höher. Wie sehr gerade der Anstieg des Euro den Branchenriesen aus der Währungsunion das Geschäft verhagelt hat, zeigt auch der Vergleich innerhalb Europas: Nur die deutschen Unternehmen schafften es im Jahr 2013, ihre kumulierten Umsätze mit einem Plus von 0,1 Prozent gerade so stabil zu halten. Hingegen mussten französische, niederländische, spanische und italienische Unternehmen zum Teil deutliche Rückgänge hinnehmen. Deutlich besser erging es ihren EU-Konkurrenten aus Schweden und Großbritannien, die nicht in Euro bilanzieren. Sie erwirtschafteten unterm Strich jeweils ein leichtes Umsatzplus. Die Schweizer Konzerne schafften im gleichen Zeitraum dank des Rückgang des Schweizer Franken sogar einen Anstieg um vier Prozent. Wie schon im Vorjahr waren die deutschen Unternehmen beim Umsatz europaweit der Spitzenreiter. Ihr kumulierter Gesamtumsatz lag zuletzt bei 1,4 Billionen Euro und damit deutlich vor dem der britischen und französischen Firmen. Allerdings bringen es Großbritannien und Frankreich mit 52 beziehungsweise 51 Unternehmen auf deutlich mehr Konzerne unter den Top 300. Deutschland belegt mit 38 Konzernen den dritten Rang in Europa. Als umsatzstärkstes Unternehmen in Europa konnten sich erneut die Energiekonzerne Royal Dutch Shell und BP positionieren, gefolgt von Volkswagen auf Rang drei. Bei den US-Unternehmen schob sich der Handelskonzern Wal-Mart vom zweiten auf den ersten Platz, gefolgt von Exxon Mobil und Chevron. Für ihre jährliche Studie untersuchen die Experten von Ernst&Young die Bilanzzahlen der jeweils 300 umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen in Europa und den USA. Banken und Versicherungen werden in diesem Vergleich nicht berücksichtigt.

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