Studie: Sehr wenige Abschiebungen aus EU-Staaten

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – Nur sehr wenige in der Europäischen Union abgelehnte Asylbewerber werden zurückgeführt: Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des US-Forschungsinstituts PEW „wurden bis zum Jahresende 2016 etwa 75.000, das sind ungefähr drei Prozent aller Asylbewerber der Jahre 2015 und 2016, in ihre Heimat oder ein anderes Nicht-EU-Land rückgeführt“, berichtet die „Welt“ (Donnerstag). Zu ihrer Schätzung kommen die Forscher auf Grundlage von Daten der Europäischen Statistikbehörde Eurostat. Laut den offiziellen Zahlen der Bundesregierung schob Deutschland 2015 und 2016 rund 45.000 Ausländer ab.

Zudem reisten etwa 90.000 gefördert freiwillig aus. Das sind deutlich mehr als die Zahlen der PEW-Forscher für die gesamte EU. Jedoch sind in den deutschen Angaben zum einen auch Ausländer enthalten, die schon vor 2015 ins Land kamen. Vor allem aber beziehen sich die offiziellen Angaben der Bundesregierung zu den Abschiebungen und freiwilligen Ausreisen auf alle ausreisepflichtigen Ausländer; es wird nicht separat aufgeführt, wie viele darunter abgelehnte Asylbewerber waren, schreibt die Zeitung weiter. Die PEW-Studie bezieht sich auf die 28 EU-Staaten sowie Norwegen und die Schweiz.

Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle, über dts Nachrichtenagentur