Studie: Erbmasse in Deutschland weit kleiner als gedacht

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Berlin – Die Erbengeneration ist offenbar doch nicht so reich, wie bisher gedacht: Pro Jahr werden in Deutschland nur rund 62 Milliarden Euro vererbt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsfoschung (DIW) für die Bundestagsfraktion der Grünen, über die das „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe) berichtet. Bislang seien Ökonomen von einer bis zu viermal so großen jährlichen Erbmasse ausgegangen.

An diesem Dienstag verhandelt das Bundesverfassungsgericht über die Erbschaftsteuer. Dabei geht es um die Frage, ob die bislang geltende Verschonung von Betriebsvermögen der Verfassung widerspricht. Doch selbst wenn alle Erben gleich hohe Erbschaftssteuersätze zahlen müssten und Betriebsvermögen nicht mehr ausgenommen wären, würde dies dem Staat kaum Mehreinnahmen bringen, argumentiert DIW-Steuerexperte Dirk Bach. Das DIW plädiert daher für einen moderaten Abbau der Vergünstigung von Betriebsvermögen: So könnte es der Gesetzgeber Firmenerben erlauben, die Steuer über mehrere Jahre aus dem laufenden Ertrag des Unternehmens abzustottern. Daneben könnte man die Erbschaftsteuer-Forderung als nachrangig gegenüber anderen Verbindlichkeiten erklären oder sie an den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens knüpfen, so der Ökonom. Auf diese Weise würden die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen nicht eingeschränkt und deren Krisenfestigkeit gestärkt. Damit würde der Fiskus zu einer Art stiller Teilhaber der Unternehmen, bis die Steuerschuld abgetragen ist.

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