Studie: Deutsche machen weniger Überstunden

Berlin – Obwohl nach Angaben der EU-Kommission in keinem Land der Eurozone die Diskrepanz zwischen tariflich vereinbarter und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit so groß sein soll wie in Deutschland, machen deutsche Arbeitnehmer offenbar weniger Überstunden als noch im vergangenen Jahr. Die Hamburger Vergütungsberatung Compensation-Online hat einem Bericht der F.A.Z. zufolge mehr als 280.000 Arbeitsverhältnisse ausgewertet und kommt für den Zeitraum von August 2013 bis Juli 2014 zu dem Ergebnis, dass jeder Beschäftigte in der Woche 4,04 Überstunden geleistet hat. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum seien es noch 4,39 Stunden gewesen.

Zudem habe sich die reduzierte Überstundenzahl auf mehrere Schultern verteilt. Machten damals noch mehr als 38 Prozent überhaupt keine Überstunden, seien es zuletzt nur noch rund 35 Prozent gewesen. Schließlich habe fast jeder angegeben, dass die Überstunden in Freizeit oder Geld ausgeglichen worden seien. Der Anteil sei damit um rund zweieinhalb Punkte auf knapp 49 Prozent gestiegen. Für Tim Böger, den Geschäftsführer von Compensation-Online, ist die Entwicklung keine Überraschung. „In unseren Daten zeichnet sich die zuletzt schwächere Konjunktur ab.“ Während die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen zwei, drei Jahre für viele Unternehmen in Deutschland doch sehr gut gewesen sei, trübe sich das Klima angesichts der vielen politischen Krisen und der ungelösten Probleme im Euroraum zunehmend ein. Zwar wachse die Zahl der Beschäftigten, wenn auch langsamer, weiter in Richtung 30 Millionen. Der Bedarf an Überstunden gehe jedoch zurück.

Über dts Nachrichtenagentur

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