Studie: Arbeitsmarkt braucht künftig mehr Einwanderung

Kopftuchträgerinnen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Kopftuchträgerinnen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Angesichts der schrumpfenden und alternden Bevölkerung ist Deutschland in den kommenden Jahrzehnten stärker denn je auf Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Staaten angewiesen. Das geht aus einer am Freitag vorgestellten Studie der Bertelsmann Stiftung hervor. Ohne Einwanderer würde das Arbeitskräftepotenzial demnach bis 2050 von heute rund 45 auf unter 29 Millionen sinken – ein Rückgang um 36 Prozent.

Selbst wenn genauso viele Frauen berufstätig wären wie Männer und der Renteneintritt ab 2035 erst mit 70 Jahren erfolgen würde, stiege die Zahl potenzieller Arbeitskräfte demnach lediglich um 4,4 Millionen. Zuwanderung allein aus der EU werde auf Dauer nicht ausreichen, um die Lücke zu schließen. Da der demographische Wandel in der gesamten EU die Bevölkerung schrumpfen lasse und bei einer wirtschaftlichen Erholung der Krisenländer der Anreiz zur Auswanderung sinke, werde die derzeit hohe Zuwanderung aus EU-Ländern schon bald deutlich nachlassen. Die Experten rechnen bis 2050 im Jahresdurchschnitt nur noch mit bis zu 70.000 Einwanderern aus EU-Staaten. Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, plädiert daher für ein verständliches Einwanderungssystem mit dem Signal, dass qualifizierte Zuwanderung von außerhalb der EU nicht nur erlaubt, sondern erwünscht sei. Dieses Willkommenssignal solle von einem neuen Einwanderungsgesetz ausgehen, das die Einwanderungsregeln transparent und einfach macht und Einwanderern Perspektiven für langfristigen Aufenthalt und zügige Einbürgerung bietet.

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