Streit um Hilfskonvoi: Kiew wirft Russland "grenzenlosen Zynismus" vor

Kiew – Im Streit um den russischen Konvoi, der Hilfsgüter in die umkämpften Gebiete im Osten der Ukraine liefern soll, hat die ukrainische Führung Moskau „grenzenlosen Zynismus“ vorgeworfen. „Zuerst schicken sie Panzer, Grad-Raketen und Banditen, die auf Ukrainer schießen, und dann schicken sie Wasser und Salz“, sagte Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk bei einer Kabinettssitzung. Jazenjuk betonte, dass der Hilfskonvoi, der am Mittwochnachmittag die ukrainische Grenze erreichen soll, nur unter Federführung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz ins Land gelassen werde.

Innenminister Arsen Awakow hatte die Entsendung des Hilfskonvois zuvor auf Facebook als „Provokation eines zynischen Aggressors“ bezeichnet. Russischen Angaben vom Dienstag zufolge umfasst der Konvoi über 280 Lastwagen, die laut Medienberichten 2.000 Tonnen an Hilfsgütern in die Ost-Ukraine liefern sollen, darunter knapp 70 Stromgeneratoren, gut 12.000 Schlafsäcke sowie Lebensmittel, Medikamente und Trinkwasser. Die ukrainische Regierung fürchtet, dass Russland unter dem Deckmantel der Hilfsaktion Soldaten in die Ost-Ukraine einmarschieren lassen könnte.

Über dts Nachrichtenagentur

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