Steinmeier: "Wir haben Ebola unterschätzt"

Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Deutschland und Europa zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika aufgerufen. Steinmeier sagte „Bild am Sonntag“: „Wir alle haben die katastrophalen Folgen von Ebola unterschätzt. Jetzt beginnt die Aufholjagd. Wir werden die Epidemie besiegen und müssen jetzt entschlossen mit vereinten Kräften handeln.“

Der Minister weiter: „Auch Europa kann und muss noch mehr tun. Wir haben darauf gedrängt, dass das Thema auf dem nächsten Treffen der Außenminister ganz oben auf der Agenda steht.“ Der Koordinator der Ebola-Hilfen der Bundesregierung, Walter Lindner, sagte vor seiner Reise nach Westafrika zu BamS: „Der Höhepunkt der Epidemie ist noch nicht erreicht. Wenn alles gut läuft, können wir die Verbreitung von Ebola noch in diesem Jahr unter Kontrolle bekommen.“ Zugleich dämpfte er Erwartungen, Deutschland könne in größerer Zahl Infizierte aus Afrika aufnehmen: „Niemand kann den erkrankten Menschen vor Ort versprechen, dass sie alle bei uns oder anderswo in der Welt behandelt werden könnten. Das können wir nur in Einzelfällen anbieten.“ Mehrheitlich beunruhigt sind die Bundesbürger. Nach einer repräsentativen Umfrage von Emnid für „Bild am Sonntag“ halten 54 Prozent eine Ausbreitung der Seuche nach Deutschland für möglich (45 Prozent sagen nein). Im Osten sind die Sorgen mit 63 Prozent deutlich größer als im Westen der Republik. Mit großer Mehrheit (85 zu 13 Prozent) befürworten die Deutschen schärfere Einreisekontrollen für Passagiere aus den Ebola-Staaten, wie die USA sie eingeführt haben. Zur Behandlung weiterer Ebola-Patienten aus Afrika in deutschen Krankenhäusern sagen gleichwohl 69 Prozent Ja (29 Prozent sind dagegen). Emnid befragte am vergangenen Donnerstag insgesamt 501 Personen.

Über dts Nachrichtenagentur

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