Steinmeier regt direkte Gespräche zwischen Iran und Saudi-Arabien an

Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) regt im Irak-Konflikt direkte Gespräche zwischen Iran und Saudi-Arabien an. „Ohne irgendeine Verständigung zwischen Riad und Teheran wird der Konflikt kaum zu lösen sein“, sagte der Minister in einem Interview mit der „Bild-Zeitung“ (Dienstag). „Kontakte zwischen diesen beiden Staaten könnten ein Beitrag zu einer Entschärfung der Krise sein.“

Indirekt machte Steinmeier auch die USA für die Situation im Irak mitverantwortlich. „Der Krieg gegen den Irak hat die Machtverhältnisse in der Region verschoben. Nach dem Abzug der US-Truppen ist ein in sich zerstrittenes und instabiles Land zurückgeblieben“, so Steinmeier. „Das war nun nicht Obamas Verantwortung, im Gegenteil – er war sogar persönlich gegen die Intervention. Aber wahr ist auch: Die Region ringt bis heute mit den Folgen des Irak-Kriegs.“ Zurückhaltend äußerte sich Steinmeier zu der Frage, ob der syrische Präsident Baschar al-Assad im Schatten des Irak-Konfliktes mittelfristig wieder ein Gesprächspartner für den Westen werden könnte. „Das ist schwer vorstellbar – nach drei Jahren des Mordens und 170.000 Toten! Fakt ist aber auch: mit den inszenierten Wahlen hat Assad seine Macht zumindest in einem Teil Syriens gefestigt“, sagte der Außenminister der „Bild“. Fakt sei weiter: „Assads Gegner sind heillos zerstritten. Ehrlich gesagt, ich wage keine Prognose, in welche Richtung sich die Machtverhältnisse im Bürgerkrieg verschieben.“

Über dts Nachrichtenagentur

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