Steinmeier fordert stärkeres Engagement im Kampf gegen Ebola

Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frank-Walter Steinmeier, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat ein stärkeres Engagement der Weltgemeinschaft im Einsatz gegen Ebola gefordert, um der Epidemie doch noch Herr zu werden. „Wir alle haben Ebola unterschätzt. Heute wissen wir, dass wir mit jedem Tag, der ohne konsequentes Handeln vergeht, Gefahr laufen, den Kampf gegen Ebola zu verlieren“, sagte Steinmeier der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Der Außenminister warb dafür, auf internationaler und europäischer Ebene die Anstrengungen noch enger miteinander zu verzahnen. „Die EU muss sichtbarer werden – nicht zuletzt, um der Bevölkerung in der betroffenen Region ein Signal zu senden, dass wir sie nicht allein lassen.“ Steinmeier kündigte an, bei einem Treffen mit den europäischen Außenministern in Luxemburg am Montag auch darüber zu diskutieren, was man tun könne, „um solchen Krisen schneller und effizienter zu begegnen“. Zentral sei dabei die Frage, wie man schneller an medizinisches Personal komme. Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, sprach nach seiner Rückkehr aus den von der Epidemie betroffenen Gebieten von einer menschlichen Tragödie, die „beklemmend und unfassbar“ sei. „Was lokale und internationale Ärzte und Helfer dort täglich leisten, ist unvorstellbar: Sie alle sind wahre Helden“, sagte Lindner der Zeitung. Die Hilfe laufe jetzt an, „spät sicherlich, aber nun von vielen Seiten“. Deutschland sei dabei „mit bei den Ersten“. Jetzt sei effiziente Koordination entscheidend.

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