Stegner wirft Herrmann "Sensibilität einer Planierraupe" vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner hat heftige Kritik am bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wegen dessen „Neger“-Äußerung geübt: „Die Äußerungen von Herrn Herrmann zeigen einmal mehr, dass gerade bei heiklen Themen unsere schwarzen Brüder von der CSU die politische Sensibilität einer Planierraupe besitzen“, sagte Stegner der „Bild“ (Mittwoch). „Den Bedarf für Sprachförderung haben offenbar nicht nur die Flüchtlinge.“ Herrmann hatte sich zuvor nach seiner „Neger“-Äußerung in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ gerechtfertigt.

In der Talkshow sei ein Bürger, der offensichtlich aus Bayern stamme, in einem Einspieler gezeigt worden, der das Wort verwendete, so Herrmann am Dienstag im Gespräch mit dem Fernsehsender N24. „Und darauf habe ich dann spontan – ich verwende dieses Wort selbst sonst nie – gesagt, man sollte sich vielleicht bewusst machen, dass es auch wunderbare Neger“ gebe. Seine Aussage sei gewesen, dass es „wunderbare Menschen mit anderer Hautfarbe in unserem Land“ gebe, so Herrmann. Die Äußerung des CSU-Politikers hatte noch am Montagabend für teils heftige Reaktionen in den sozialen Netzwerken gesorgt.

Ralf Stegner, SPD Schleswig-Holstein, Lizenztext: dts-news.de/cc-by
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