Stegner: Riexingers Kritik an Gauck grotesk

Ralf Stegner, SPD Schleswig-Holstein, Lizenztext: dts-news.de/cc-by
Foto: Ralf Stegner, SPD Schleswig-Holstein, Lizenztext: dts-news.de/cc-by

Berlin – Der stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner hat die Kritik des Linken-Vorsitzenden Bernd Riexinger an Bundespräsident Joachim Gauck als grotesk bezeichnet. Der Linken-Chef schieße „weit über das Ziel hinaus, wenn er behauptet, die Reden des Bundespräsidenten gefährdeten den Weltfrieden“, sagte Stegner der „Frankfurter Rundschau“ (Online-Ausgabe). Der Vorwurf Riexingers, Gauck konterkariere eine Deeskalation des Ukraine-Konflikts, sei „eine groteske Verdrehung von Ursache und Wirkung“, monierte Stegner.

Gauck hatte am Montag bei der zentralen polnischen Gedenkfeier zum deutschen Überfall vor 75 Jahren gesprochen und gesagt, die Geschichte lehre, dass territoriale Zugeständnisse den Appetit von Aggressoren nur vergrößerten. Er betonte, der Westen werde eine entschlossene Reaktion zeigen, bekannte sich jedoch zugleich zur deutschen deeskalierenden Außen- und Sicherheitspolitik. Riexinger nannte die Rede bei „Handelsblatt-Online“ einen „Fehlgriff erstens Ranges“ und warf dem Bundespräsidenten vor, „Öl ins Feuer eines europäischen Konflikts“ zu gießen. Darauf erwiderte Stegner, man müsse sich die Formulierungen des Bundespräsidenten nicht zu eigen machen und dürfe ihn auch kritisieren.

Über dts Nachrichtenagentur

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