Statistik: Männer doppelt so häufig in Führungspositionen wie Frauen

Menschen in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Menschen in einer Fußgängerzone, über dts Nachrichtenagentur

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) – In Deutschland sind Männer immer noch doppelt so häufig in Führungspositionen anzutreffen wie Frauen. Von insgesamt 21,4 Millionen erwerbstätigen Männern sind 6,8 Prozent (1,5 Millionen) als Führungskräfte tätig. Wie das Statistische Bundesamt nach den Ergebnissen des Zensus (Stichtag 9. Mai 2011) mitteilte, betrug der Anteil der Frauen in Führungsfunktionen bei allen 18,2 Millionen erwerbstätigen Frauen dagegen 3,1 Prozent (0,6 Millionen).

In den jüngeren Altersklassen fällt der Unterschied zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen noch gering aus. Bei den 30- bis 45-Jährigen liegt der Anteil an Führungskräften bei den Männern jedoch deutlich höher als bei den Frauen, deren Anteil im Altersverlauf nur moderat zunimmt. Der größte Unterschied zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen ist gegen Ende des Berufslebens in der Altersklasse von 60 bis 64 Jahren zu beobachten. Während in dieser Altersklasse unter den Männern 9,7 Prozent eine Position als Führungskraft innehaben, sind es unter den Frauen lediglich 4,1 Prozent. In dieser Altersklasse erreichen beide Geschlechter ihren höchsten Anteil an Führungskräften. Bei Betrachtung der Führungskräfte nach ihrer Stellung im Beruf ist der Anteil unter den Selbstständigen mit Beschäftigten am höchsten. Zudem sind hier die Anteile von männlichen Führungskräften mit 23,8 Prozent und weiblichen Führungskräften mit 22,1 Prozent nahezu gleich. Bei den Beamtinnen ist der Anteil der Frauen als Führungskraft mit 3,6 Prozent leicht überdurchschnittlich, während der Anteil der Führungskräfte unter den Angestellten und Arbeiterinnen nur 2,3 Prozent beträgt. Umgekehrt ist der Anteil der Männer als Führungskraft unter den Angestellten mit 5,6 Prozent höher als unter den Beamten mit 5,1 Prozent. Auch bei den ausgeübten Berufen gibt es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Über die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen gehen einem Beruf aus den Bereichen „Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung“ sowie „Unternehmensorganisation, Recht und Verwaltung“ nach. Berufe aus den Bereichen „Verkauf, Vertrieb und Tourismus“ sind mit 18,5 Prozent bei den Frauen ebenfalls stark besetzt. Ein Schwerpunkt bei den Männern liegt mit 29,6 Prozent bei Berufen aus dem Bereich „Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung“.

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