Startschuss für das Ostallgäuer Demenzkonzept

Landratsamt Ostallgäu | 30.01.2012 | 12-0252

Auf Einladung von Alexander Zoller, Seniorenbeauftragter des Landkreises Ostallgäu, trafen sich Experten aus dem Bereich der Medizin, Altenpflege und Seelsorge um die ersten Schritte für die Entwicklung eines Ostallgäuer Demenzkonzeptes festzulegen. Der Landkreis Ostallgäu ist damit, laut Landrat Johann Fleschhut, der erste Landkreis in Bayern, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf die steigende Anzahl demenzkranker Bürger mit einem Handlungskonzept zu antworten.

Während in der Altersgruppe der 65-69-Jährigen die Demenz mit einer Häufigkeit von knapp über 1 % auftritt, sind es bei den über 90-Jährigen mehr als 30 %. Für das Ostallgäu geht Zoller von ca. 2.100 betroffenen Bürgern aus. Wegen der demographischen Entwicklung rechnet er bis zum Jahr 2020 mit einer Zunahme auf rund 2.600 Personen. Häufigste Ursache für eine Demenz ist, laut Dr. Christoph Nowak, Allgemeinarzt und Psychotherapeut aus Görisried, die Alzheimer Krankheit, deren Anteil auf mindestens zwei Drittel der Krankheitsfälle geschätzt wird.

Erklärtes Ziel der Expertenrunde ist es, ein bedarfsgerechtes, finanzierbares und nachhaltiges Konzept zu entwickeln. Bei ihrer Arbeit fangen sie nicht bei Null an. Denn die Fachleute sind sich einig, dass es für den Landkreis bereit einige sehr gute Versorgungsstrukturen im Bereich der Demenz gibt. Diese werden im Rahmen der Konzepterstellung weiter ausgebaut. Gleichzeitig werden aber auch neue Angebote und Versorgungsstrukturen installiert. Eine besondere Herausforderung ist dabei, diese Angebote in der Fläche zu schaffen und eine gesunde Mischung von dezentralen und zentralen Angeboten zu entwickeln.

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet von Sabine Tschainer, die in der Fachwelt einen ausgezeichneten Ruf für ihre Arbeit im Demenzbereich besitzt. Tschainer wird in Kürze gemeinsam mit dem Landratsamt Ostallgäu einen Umfragebogen an Hausärzte, ambulante Dienste, Pflegeheime versenden. Parallel dazu werden Betroffene und Angehörige zu ihren Wünschen und Erwartungen befragt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen in einen Workshop ein, der im Frühjahr stattfindet und zu dem alle Bürger und Fachleute aus dem Landkreis Ostallgäu eingeladen sind. Diese Beteiligungsmöglichkeit beim Workshop garantiere, so die einhellige Meinung der Experten, dass tatsächlich ein Konzept entstehe, das dem Bedarf im Landkreis Ostallgäu entspricht.

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