Spionageaffäre: Regierung erwägt Ausweisung von Kontaktperson

Berlin – Das Auswärtige Amt erwägt offenbar, dafür zu sorgen, dass die mutmaßliche Kontaktperson in der US-Botschaft in Berlin, die zwei Mitarbeiter deutscher Bundesbehörden als Agenten geführt haben soll, die Bundesrepublik verlässt. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Freitagausgabe) erfuhr, soll der legale CIA-Resident gebeten werden, das Land zu verlassen. Die US-Regierung könne selbst entscheiden, ob sie diesen diplomatischen Ausweg annimmt, um eine formelle Ausweisung zu vermeiden.

Weiter heißt es nämlich: „Ein `persona non grata`-Verfahren ist nicht ausgeschlossen.“ Am Donnerstag führten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Innenminister Thomas de Maizière sowie Kanzleramtsminister Peter Altmaier (beide CDU) Gespräche über eine Reaktion der Bundesregierung auf die Spionagefälle. Nach einem Telefonat von CIA-Direktor John Brennan mit dem für die Nachrichtendienste zuständigen Staatssekretär im Kanzleramt, Klaus-Peter Fritsche, herrscht in der Bundesregierung große Skepsis, was eine angemessene Reaktion Washingtons anbelangt, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Steinmeier will am Samstag während der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Wien mit US-Außenminister John Kerry über die Affäre reden. Ein für nächste Woche geplanter Besuch Steinmeiers in Washington wurde abgesagt.

Über dts Nachrichtenagentur

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