„Spiegel“: Kampfstoff Nowitschok im Westen lange bekannt

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Westliche Nachrichtendienste wussten bereits vor dem Mauerfall, dass die Sowjetunion den chemischen Kampfstoff Nowitschok entwickelt. Allerdings hielt man das geheim, um Quellen nicht zu gefährden, schreibt der „Spiegel“ unter Berufung auf eigene Recherche. Mit dem Nervengift ist vor einigen Wochen im englischen Salisbury ein Anschlag auf den britisch-russischen Ex-Spion Sergej Skripal verübt worden, was eine diplomatische Krise ausgelöst hat.

Der Westen wirft Russland vor, für den Anschlag verantwortlich zu sein. Nach „Spiegel“-Informationen ist in den USA, Großbritannien, den Niederlanden und in mindestens einem weiteren westlichen Staat ebenfalls an Nowitschok geforscht worden. Allerdings ging es dabei um Schutzprogramme: Um Gegenmittel entwickeln zu können, ist es notwendig, Nowitschok-Substanzen zu produzieren. Einer US-Depesche von 2006 zufolge versicherte ein Diplomat von der Ständigen Vertretung der USA bei der „Organisation für das Verbot chemischer Waffen“ den Verbündeten, sein Land würde Nowitschok „nicht entwickeln und auch keine Waffe daraus herstellen“.

Blick über Moskau mit dem Kreml, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Blick über Moskau mit dem Kreml, über dts Nachrichtenagentur