Spiegel: Ehemalige Gastarbeiter erhalten nur niedrige Renten

Kopftuchträgerinnen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Kopftuchträgerinnen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Ehemalige Gastarbeiter der ersten Generation sind auch im Rentenalter „am unteren Rand der Gesellschaft überrepräsentiert“. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen-Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, über die das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ berichtet. Die im Ausland angeworbenen Arbeitskräfte der Sechziger- und Siebzigerjahre erhielten heute „deutlich niedrigere Renten“, trügen „ein extrem hohes Armutsrisiko“ und wohnten noch immer „bescheiden“, heißt es in dem Papier.

Demnach erhalten männliche deutsche Ruheständler eine gesetzliche Altersversorgung von durchschnittlich 1109 Euro (Frauen: 572 Euro), den ehemaligen Gastarbeitern überweist die Rentenkasse im Schnitt aber nur 789 Euro (Frauen: 427 Euro). Die schmalsten Ruhegelder erhalten Migranten aus der Türkei: Unter ihnen gab es besonders viele ungelernte Arbeiter. So kommt es, dass gerade sie häufig von Altersarmut bedroht sind. Unter den Senioren mit deutscher Staatsangehörigkeit liegt dieses Risiko der Studie zufolge bei 12,5 Prozent, unter ehemaligen Gastarbeitern gelten dagegen 41,8 Prozent als armutsgefährdet. Die Wissenschaftler verstehen ihre Studie auch als aktuelle Mahnung in der Zuwanderungsdebatte: So warnt das WSI davor, Einwanderungspolitik für „wirtschaftspolitische Zwecke zu instrumentalisieren“. Sie habe „unabsehbare soziale Folgen für die Menschen, die ihre Heimat verlassen“.

Über dts Nachrichtenagentur

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