SPD will Edathy nicht als ersten Zeugen im U-Ausschuss vernehmen

Sebastian Edathy, Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde,  Text: über dts Nachrichtenagentur
Foto: Sebastian Edathy, Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde, Text: über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy soll nach dem Willen der Sozialdemokraten nicht der erste Zeuge im Untersuchungsausschuss werden, den der Bundestag an diesem Mittwoch einsetzen will. Die designierte Vorsitzende der Gremiums, Eva Högl (SPD), sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstag): „Wir werden ihn laden – schließlich geht es um ihn. Aber wir werden nicht mit ihm als Zeugen anfangen.“

Es mache mehr Sinn, den Fall chronologisch aufzuarbeiten, betonte Högl. Außerdem wolle man die Umstände der Durchsuchung der Wohnung Edathys und die Ermittlungen danach unter die Lupe nehmen. Darüber hinaus müsse geklärt werden, ob Edathy vor den Ermittlungen gewarnt worden sei. „Nach jetzigem Stand gab es genügend Menschen, die von den Vorwürfen wussten“, so Högl. Die SPD-Frau hatte mit Edathy im NSU-Ausschuss zusammengearbeitet. Daraufhin war ihr von Seiten der Opposition möglicherweise Befangenheit im Amt der Vorsitzenden vorgeworfen worden. Högl erklärte: „Es gibt nichts, was mir vorzuwerfen wäre.“ Sie habe keinen Kontakt mehr zu Edathy. „Wir waren gute Kollegen, sind aber nicht befreundet.“

Über dts Nachrichtenagentur

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