SPD fühlt sich durch Betreuungsgeld-Studie in Kritik bestärkt

Kleinkind auf Spielplatz, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Kleinkind auf Spielplatz, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die SPD fühlt sich durch eine neue Studie in ihrer Kritik am Betreuungsgeld bestärkt: „Aus der Studie müssen wir in der Koalition umgehend Konsequenzen ziehen“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Carola Reimann, der „Welt“. „Die SPD ist bereit, das Betreuungsgeld sofort abzuschaffen.“ Eine Umfrage des Deutschen Jugendinstituts und der Universität Dortmund unter mehr als 100.000 Elternpaaren hatte gezeigt, dass das Betreuungsgeld vor allem sozial benachteiligte Familien davon abhalte, ihre Kinder in eine Kita zu schicken.

„Die Studie bestätigt unsere Befürchtungen“, sagte Reimann. Gerade Familien mit geringen Bildungs- und Finanzressourcen würden in Versuchung gebracht, ihren Kindern Entwicklungschancen zu nehmen. Reimann forderte die Union auf, das Thema in der Fraktionsgemeinschaft mit der CSU neu zu diskutieren. Es gebe keinen sachlichen Grund für ein bundesweites Betreuungsgeld. Jedes Bundesland habe den Spielraum, die Familienleistung beizubehalten und selbst zu finanzieren, sagte Reimann. „Das gilt besonders für Bayern, das ja die treibende Kraft bei der Einführung des Betreuungsgeldes war.“

Über dts Nachrichtenagentur

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