SPD beklagt "himmelschreiende Ungerechtigkeit" bei Entlohnung von Mann und Frau

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Berlin – SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi und die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen, Elke Ferner, haben die Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau als „himmelschreiende Ungerechtigkeit“ bezeichnet. „Seit sage und schreibe 20 Jahren klafft eine Lohnlücke zwischen Frauen und Männern von mindestens 20 Prozent. Mit gegenwärtig 22 Prozent Lohnunterschied gehört Deutschland zu den absoluten Schlusslichtern im EU-Vergleich. Das ist beschämend“, erklärten die SPD-Politikerinnen anlässlich des „Equal Pay Day 2015“, der am Freitag stattfindet.

Der gesetzliche Mindestlohn sei zwar ein erster Schritt und für mehr als zwei Millionen Frauen bereits eine deutliche Verbesserung. Allerdings sollten Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten „verpflichtet werden, im Lagebericht nach dem Handelsgesetzbuch auch zur Frauenförderung und Entgeltgleichheit Stellung zu nehmen“, fordern die SPD-Politikerinnen. Das Statistische Bundesamt hatte am Montag mitgeteilt, dass das sogenannte Gender Pay Gap, die Differenz des durchschnittlichen Bruttostundenverdienstes der Männer und Frauen im Verhältnis zum Bruttostundenverdienst der Männer, unbereinigt bei 22 und bereinigt bei sieben Prozent liege. Der bereinigte Gender Pay Gap bezieht unterschiedliche Branchen und Berufe, in denen Frauen und Männer tätig sind, sowie ungleich verteilte Arbeitsplatzanforderungen hinsichtlich Führung und Qualifikation mit ein. Auch weitere Faktoren wie zum Beispiel ein niedrigeres Dienstalter und ein geringerer Beschäftigungsumfang bei Frauen wird im bereinigten Wert von sieben Prozent berücksichtigt.

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