Sozialverband kritisiert Überlegungen von Heil zur Mütterrente

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die neuen Überlegungen des Arbeitsministeriums zur Ausweitung der Mütterrenten stoßen auf scharfe Kritik. Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, warnte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagsausgabe) davor, „Mütter erster und zweiter Klasse“ zu schaffen. „Wenn es für alle Kinder, die vor 1992 geboren sind, nur einen halben zusätzlich Entgeltpunkt gibt, bestehen nach wie vor Ungerechtigkeiten, die durch nichts zu rechtfertigen sind“, sagte sie der Zeitung.

Die VdK-Präsidentin forderte, alle Mütter müssten rentenrechtlich gleich gestellt werden und den dritten Rentenpunkt erhalten. Finanziert werden muss dies nach den Vorstellungen des Sozialverbandes komplett aus Steuermitteln, da es sich um versicherungsfremde Leistungen handele. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lässt nach einem Medienbericht ein Modell zur Mütterrente prüfen, welches vom Koalitionsvertrag abweicht. Demnach könnten Frauen für vor 1992 geborene Kinder jeweils nur einen halben und nicht – wie bislang geplant – einen ganzen Rentenpunkt zuerkannt bekommen. Dafür würden jedoch alle Frauen mit Kindern dieser Jahrgänge von der geplanten Ausweitung der Mütterrente profitieren, nicht nur Mütter mit drei und mehr Kindern.

Hubertus Heil, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Hubertus Heil, über dts Nachrichtenagentur