Sonthofen – Der ERC Sonthofen ist Bayerischer Eishockey-Liga Meister

Lkrs. Oberallgäu/Sonthofen + 21.03.2014 + 14-0416

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Knapp 4.000 Zuschauer waren am Freitag Abend, 21.03.2014, im Eisstadion in Sonthofen. Es ging um den Meister der Bayerischen Eishockey-Liga. Trotz der ungünstigen Ausgangslage für den ECDC Memmingen – der ERC Sonthofen hat die ersten beiden Partien gewonnen – haben die Memminger bis zur letzten Minute gekämpft. Sie haben sich am Schluss mit ihren Fans als toller zweiter Vizemeister ausgezeichnet.

Es hat nicht sollen sein: Der ECDC Memmingen hat am Freitag Abend, 21.03.2014, auch das dritte Finalspiel der Bayerischen Eishockey-Liga gegen den ERC Sonthofen verloren und ist damit Bayerischer Vizemeister. Vor 2.200 Zuschauern gewannen die Bulls am Ende verdient mit 6:3 (2:0/4:3/0:0) und sicherten sich somit den Titel. Während die Oberallgäuer nun mit den Planungen für die Eishockey-Oberliga beginnen können, ist für die Indians der zweite Platz der bislang größte Erfolg der 22-jährigen Vereinsgeschichte. „Am Ende war nur ein Team noch stärker als wir“, so das rot-weiße Fazit nach einer langen, packenden und ereignisreichen Saison.

Am Schluss war es ein seltsamer Gefühlsmix, der die meisten der ECDC-Spieler und –Verantwortlichen überkam. Während die einmal mehr fantastischen Indians-Fans ihr Team trotz der dritten Niederlage in der „Best-of-5“-Serie bereits lautstark feierten, standen viele Cracks mit hängenden Köpfen auf dem Eis. Mit toller Moral hatte die Mannschaft dem großen Favoriten Sonthofen erneut Paroli geboten, doch am Ende waren die „Bulls“ einfach zu stark. „Ein verlorenes Finale ist immer blöd. Aber in diesem Fall müssen wir einfach anerkennen, dass Sonthofen es verdient gepackt hat. Sie haben eindrucksvoll die Qualitäten einer Oberliga-Mannschaft unter Beweis gestellt – und deshalb können wir neidlos gratulieren“, so ECDC-Chefcoach Jogi Koch nach der Partie. Unmittelbarer Trost für die unterlegenen Indians kam prompt von gut 50 Memminger Fans, die nach Spielende in die Mannschaftskabine vordrangen und ihr Team mit Sprechchören und Applaus minutenlang aufmunterten. „In ein paar Tagen werden wir alle erkennen, was für eine herausragende Saison hinter uns liegt“, war dann auch die Laune von Sportchef Koch schon wieder etwas besser. „Wir haben so vieles, auf das wir stolz sein können: Unsere Fans, unsere imposante Heimserie mit 17 von 20 gewonnenen Spielen, unsere vielen ehrenamtlichen Helfer und unsere großartigen Zuschauerzahlen in der Halle. Eishockey in Memmingen ist wieder ein Spektakel.“ Und vor allem sportlich wieder richtig erfolgreich: Nach dem dritten Platz in der Vorsaison wurde dieser Erfolg mit der Bayerischen Vizemeisterschaft heuer nicht nur eindrucksvoll bestätigt, sondern sogar noch getoppt.

Vor Spiel drei der Play-off-Finalserie in Sonthofen hatten sich die Indianer freilich geschworen, noch mal alles zu probieren, um den starken Oberallgäuern ein Bein zu stellen. Doch wie schon in den beiden Begegnungen zuvor begann die Partie erneut denkbar schlecht für die Rot-Weißen: Bereits nach nicht einmal zwei Minuten wanderte der erste Memminger Spieler auf die Strafbank. Wenige Powerplay-Sekunden nur benötigten die abgezockten Gastgeber, um durch Wong den Führungstreffer zu erzielen. Die Indians geschockt – und Sonthofen legte nach: Der frisch gekürte Spieler des Jahres in der BEL, Ryan Martens, erhöhte in der fünften Minute auf 2:0 und stellte die Weichen damit frühzeitig auf Sieg. Die Memminger kamen in der Folge zwar besser ins Spiel, mehr als ein paar gute Chancen und ein Pfostentreffer durch Al Joanette sprang aber nicht heraus.

Im zweiten Abschnitt ein ähnlicher Beginn. Eine frühe Strafe gegen Memmingen und erneut schlugen die Bulls zu. Nur eine halbe Minute nach der Herausstellung von Martin Schweiger traf Kujala zum 3:0 für die Gastgeber. Als dann Vaitl nach 29 Minuten auf 4:0 erhöhte, befürchteten viele Indians-Fans schon das Schlimmste. Ihr Team zeigte aber einmal mehr Moral und gab sich nicht auf. Patrick Zimmermann verkürzte wenig später durch einen sehenswerten Treffer. Doch das sollte es noch nicht gewesen sein in diesem packenden zweiten Drittel auf hohem Niveau. Al Joanette und Martin Schweiger sorgten mit einem Doppelschlag noch einmal für Hoffnung bei den zahlreich mitgereisten Memmingern, doch noch vor der zweiten Pause besorgte der überragende Markus Vaitl mit dem letzten Treffer des Abends zum 6:3 die Entscheidung.

Im letzten Spielabschnitt probierten die Indianer noch mal alles, doch Sonthofen verteidigte mit einer oberligareifen Vorstellung den Vorsprung und sorgte dafür, dass ihre Anhänger sich auf die anstehende Meisterparty vorbereiten konnten. Mit dem dritten Sieg der Serie sicherte sich der ERC den Meistertitel und voraussichtlich auch den Aufstieg in die Oberliga. Somit hat das mit Abstand am besten besetzte Team nach mehreren vergeblichen Anläufen den – von allen Experten vorausgesagten – Titel gewonnen und somit die Erwartungen erfüllt. Die Indians erreichten mit dem zweiten Platz hingegen den größten Erfolg ihrer Geschichte und werden alles daran setzen, in naher Zukunft wieder ein Allgäu-Derby gegen den ERC bestreiten zu können. Nach einer langen Saison ist nun aber erst einmal Durchschnaufen angesagt, doch zunächst wollen die Indians in der kommenden Woche mit ihren Fans noch einmal eine überragende Spielzeit 2013/2014 feiern.

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