Sikorski wirft Europa zu große Zurückhaltung gegenüber Russland vor

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Warschau – Der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski hat der EU im Ukraine-Konflikt zu große Zurückhaltung gegenüber Russland vorgeworfen. „Europa hat zu wenig getan, um das Verhalten Russlands in den verschiedenen Phasen des Konflikts zu beeinflussen“, sagte Sikorski in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. Als Moskau im vergangenen Jahr ein Handelsboykott gegen die Ukraine verhängt habe, um es für seinen Europakurs abzustrafen, habe er seine Kollegen bekniet aktiv zu werden, sagte der Außenminister.

Er kritisierte: „Wenn wir Moskau damals die Grenzen auf- und uns mit der Ukraine solidarisch gezeigt hätten, dann wäre diese Eskalation vermutlich nicht geschehen.“ Nach dem mutmaßlichen Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs geht Sikorski von einer weiteren Verschärfung der Situation in der Ukraine aus. Es sei klar zu erkennen, „dass die Lage im Osten sich keinesfalls entspannt, sondern im Gegenteil weiter eskaliert“, sagte der Minister. „Wir müssen daraus unsere Schlüsse ziehen, auch gegenüber jenen, die die Separatisten unterstützen“, stellte er klar. Sikorski erhob schwere Vorwürfe gegen Russland: „Als die Ukraine die ersten militärischen Erfolge verzeichnete, hat Russland sofort eskaliert, indem es mehr und höher entwickelte Waffensysteme an die Separatisten im Osten des Landes lieferte.“

Über dts Nachrichtenagentur

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