Sellering beklagt herablassenden Umgang mit "Putin-Verstehern"

Erwin Sellering, über dts Nachrichtenagentur
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Berlin – Der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), zeigt kein Verständnis für Kritik an „Putin-Verstehern“. „Diese sogenannten Putin-Versteher sind es doch, die einen Ausweg aus der Krise suchen“, sagte Sellering der „Welt“. Zu den „dümmsten Beiträgen“ in dieser Krise gehöre es, herablassend von Putin-Verstehern zu sprechen.

Der SPD-Politiker sagte auch: „Es ist doch völlig klar, dass dieser Konflikt nur gemeinsam mit Russland gelöst werden kann.“ Das Säbelrasseln müsse ein Ende haben. Sellering will trotz der Kritik von Seiten der Opposition und seines Koalitionspartners CDU an dem für den 1. Oktober geplanten deutsch-russischen Wirtschaftstreffen „Russlandtag“ festhalten. Es sei wichtig, auch in schwierigen Zeiten miteinander im Gespräch zu bleiben. „Da kann so ein regionales Wirtschaftstreffen ein kleiner Beitrag sein“, rechtfertigte Sellering sein Festhalten an der Veranstaltung. „Wir planen keine Jubelveranstaltung“, erklärte der Regierungschef. Sellering warnte: „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in die Denkweisen und Drohgebärden des Kalten Krieges zurückkehren. Wir müssen den Gesprächsfaden aufrechterhalten. Unser Russlandtag ist das Signal, dass wir nicht aufhören sollten, vernünftig miteinander zu reden.“ Auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder soll beim Russlandtag auftreten. „Schröder als Gast zu haben, kann uns nur helfen, die Verbindungen zu unseren russischen Wirtschaftspartnern zu vertiefen“, lobte Sellering. Dem früheren Kanzler sei es gelungen, „ein partnerschaftliches Verhältnis zu Russland aufzubauen“. Es sei selbstverständlich, „dass wir uns eine Absage offen halten müssen“, stellte der SPD-Politiker zugleich klar. „Wir setzen aber auf eine positive Entwicklung.“

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