Seehofer stellt neue Hochspannungsleitungen grundsätzlich in Frage

Hochspannungsleitung, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Hochspannungsleitung, über dts Nachrichtenagentur

München – Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat nach dem sogenannten Energiedialog im Freistaat den Bau neuer Hochspannungsleitungen grundsätzlich in Frage gestellt. Nach dem Abschalten der letzten Atomkraftwerke im Jahr 2022 müsse die Energieversorgung in Bayern vor allem mit Gaskraftwerken sichergestellt werden, sagte der CSU-Vorsitzende der „Welt“. „Das ist für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in Bayern der wichtigste Punkt. Und dann schauen wir, ob wir neue Stromtrassen überhaupt brauchen.“

Er bekräftigte: „Wir machen nur, was plausibel und notwendig ist.“ Seehofer wies in diesem Zusammenhang die Forderung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nach einer schnellen Entscheidung über den Trassenausbau zurück. „Das gehen wir jetzt ganz gelassen an“, sagte er. „Ich lasse mich da nicht in Termine zwängen. Über die Notwendigkeiten der Energieversorgung der Jahre 2023 und folgende müssen wir nicht bis Ostern 2015 entscheiden. Eine Verständigung im Lauf dieses Jahres reicht völlig aus.“ Der bayerische Ministerpräsident attackierte zudem seinen Amtskollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), der Bayern zur Vertragstreue beim Trassenausbau ermahnt hatte. „Der Herr Kollege Sellering müsste nur in den Koalitionsvertrag schauen, den er selbst mit verhandelt hat. Auch er sollte vertragstreu sein“, so Seehofer. Der Ministerpräsident lobte die Rolle der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bei dem Energiedialog mit Bürgern und Verbänden. „Ich habe da überhaupt nichts zu bekritteln“, sagte er. „Sie handelt sehr klug, sehr kompetent und eingebettet in unsere Gesamtstrategie. Da passt alles. Man darf da nichts hineininterpetieren, wenn ich zufällig mal die Stirn runzele.“

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