Seehofer kritisiert CDU-Politiker für Kritik an CSU und Merkel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – CSU-Chef Horst Seehofer hat die Kritik von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther (beide CDU) an seiner Partei zurückgewiesen. „Das ist in Ton und Inhalt zumindest ungewöhnlich, aber wir haben uns darauf verständigt, dies nicht zu kommentieren. Wir wünschen Volker Bouffier und der CDU ein gutes Wahlergebnis in Hessen“, sagte Seehofer der „Bild“ (Dienstagausgabe).

Kritik übte Seehofer auch an Äußerungen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) der am Wochenende gesagt hatte, die Kanzlerin sei „nicht mehr so unbestritten“ und zeige Zeichen von Ermüdung nach all den Jahren im Amt. „Ich frage mich: Wem nutzen solche Äußerungen? Die CSU wird ja gern für vermeintliche Querschüsse kritisiert. An diesem Wochenende sind gleich drei CDU-Leute über den eigenen Laden hergezogen. Das ist wenig hilfreich.“ Die Tatsache, dass er als Parteichef zwar bei den Vor-Sondierungen für die Regierungsbildung in Bayern dabei sein wird, nicht aber bei den eigentlichen Koalitionsverhandlungen, sei nicht dem Druck der Parteibasis geschuldet, sagte Seehofer. „An mich ist eine solche Forderung nicht herangetragen worden. Die Sondierungen betreffen die Partei. Bei den Koalitionsverhandlungen geht es um ein Regierungsprogramm, deshalb wird Markus Söder die Verhandlungen führen. Ich hätte als amtierender Bundesinnenminister auch gar nicht die Zeit, mich rund um die Uhr darum zu kümmern.“ Auch mit Blick auf das Verhältnis zur Schwesterpartei CDU setzte der CSU-Chef demonstrativ auf Harmonie. Auf die Frage, ob ein Neustart in den Beziehungen zwischen CDU und CSU nötig sei, sagte er: „Nein, einen Neustart braucht es nicht. Aus meiner Sicht könnte sich manch einer mehr am Riemen reißen. Insgesamt läuft es aber ganz gut.“ Eine Einladung zum CDU-Parteitag Anfang Dezember habe er noch nicht, sagte Seehofer. „Noch nicht. Die Betonung liegt auf `noch`. Ich bin da sehr optimistisch, dass die noch kommen wird.“

Horst Seehofer, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Horst Seehofer, über dts Nachrichtenagentur