Schwesig will Gesetz für Lohngerechtigkeit durchboxen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Debatte um das umstrittene Gesetz für Lohngerechtigkeit zeigt sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig kompromisslos. „Ich habe ein gutes Gesetz vorgelegt“, sagte Schwesig der „Welt am Sonntag“. „Ich glaube nicht, dass die CDU/CSU dieses Gesetz verhindern kann. Sie kann jetzt zeigen, ob ihr die Frauen wichtig sind.“

Ihr Anspruch sei es, endlich an die Lohnlücke von Männern und Frauen in Höhe von 21 Prozent heranzugehen, sagte Schwesig. Im letzten Koalitionsausschuss hatten die Spitze von Union und SPD vereinbart, strittige Fragen von einer Verhandlungsgruppe um Schwesig und Kanzleramtsminister Peter Altmaier klären zu lassen. Die Familienministerin bleibt aber bei ihrem Entwurf. „Wer meint, dass bestimmte Regeln nicht gut sind, muss andere Vorschläge machen“, sagte Schwesig der Zeitung. Ihr Anspruch sei es, für alle 31 Millionen Beschäftigten ein Auskunftsrecht zu schaffen, wie ihre Lohnsituation im Vergleich zu Kollegen ist, die die gleiche Arbeit machen. Die Union wolle dieses Auskunftsrecht nur in Betrieben über 500 Mitarbeitern schaffen. Bedenken der Arbeitgeber vor zu viel Regulierung wies Schwesig zurück. „Die Gegner hoffen offensichtlich darauf, dass die Frauen sich auch weiterhin die nächsten Jahrzehnte mit den Unterschieden zufriedengeben.“ Angesichts der großen Widerstände aus der Wirtschaft und seitens des Koalitionspartners werde das Projekt „noch viel Kraft kosten“.

Euroscheine, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Euroscheine, über dts Nachrichtenagentur