Schwesig: "Befristete Jobs wirken wie die Anti-Baby-Pille"

Manuela Schwesig, Deutscher Bundestag / Thomas Koehler / photothek.net,  Text: über dts Nachrichtenagentur
Foto: Manuela Schwesig, Deutscher Bundestag / Thomas Koehler / photothek.net, Text: über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht in der steigenden Zahl an zeitlich befristeten Arbeitsverträgen eine Ursache für die niedrige Geburtenrate in Deutschland. „Befristete Jobs wirken wie die Anti-Baby-Pille“, sagte die SPD-Politikerin in einem Interview des Nachrichtenmagazins „Focus“. „Wir müssen es ernst nehmen, dass auch Paare mit Kinderwunsch in Deutschland zunehmend keinen Nachwuchs bekommen.“

Viele von ihnen erlebten massive Unsicherheit in der Arbeitswelt. Mehr als jeder zweite neu abgeschlossene Arbeitsvertrag sei befristet. „Da fehlt vielen die Planungssicherheit“, so Schwesig. „Es ist bitter, wenn Paare, die Kinder wollen, erst einmal keine Perspektive sehen.“ Schwesig kritisierte, dass außerdem noch immer Ganztagesplätze zur Betreuung von Kindern fehlten: „Mir erzählen viele Eltern, wie dankbar sie über den Kitaplatz waren. Aber wenn ihr Kind dann in die Schule kommt, macht die oft am Mittag dicht.“ Die Länder sollten deshalb Mittel, die wegen der Übernahme der Bafög-Kosten durch den Bund frei würden, auch in den Ausbau von Ganztagsschulen investieren.

Über dts Nachrichtenagentur

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