Schwäbisch Hall erwartet starken Rückgang im Neugeschäft

Berlin – Reinhard Klein, seit Juni Chef der größten privaten Bausparkasse Schwäbisch Hall, rechnet wegen einer Umstellung der Tarife mit einem deutlichen Rückgang des Neugeschäfts. „Wir werden voraussichtlich mehr als 30 Milliarden Euro erreichen“, sagte Klein im Interview mit dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). 2013 hatte das Neugeschäft 36 Milliarden Euro erreicht.

In den vergangenen Jahren hat Schwäbisch Hall vergleichsweise hohe Zinsen auf die Einlagen der Bausparer bezahlt und die Tarife erst spät der anhaltenden Niedrigzinsphase angepasst. „Die niedrigen Zinsen werden uns wohl noch drei bis fünf Jahre erhalten bleiben. Darauf müssen wir uns einstellen“, sagte Klein. Der neue Chef von Schwäbisch Hall hat im Sommer bereits ein Sparprogramm aufgelegt. 250 Stellen sollen gestrichen und die Kosten um 60 bis 80 Millionen Euro jährlich gesenkt werden. Klein räumte ein, dass er sich damit keine Freunde gemacht habe. „Wichtiger ist mir der Blick nach vorne“, betonte er. Klein will aber nicht nur Personal abbauen, sondern „einen dreistelligen Millionenbetrag“ in die gründliche Erneuerung der IT investieren. Die Position an der Spitze der privaten Bausparkassen sieht Klein ungefährdet: „Wir stehen souverän auf Platz eins und dort werden wir auch bleiben.“ Der Marktanteil von Schwäbisch Hall lag 2013 bei 32 Prozent. Anders als mancher Konkurrent will Schwäbisch Hall keine Kunden aus hochverzinsten Bausparverträgen drängen, wenn sie ihre zuteilungsfähigen Darlehen nicht in Anspruch nehmen. „Das ist keine Option. Und die Belastung durch hochverzinste Bausparverträge hält sich bei uns sehr in Grenzen“, sagte Klein. Bei Schwäbisch Hall liege die Durchschnittsverzinsung bei knapp 1,7 Prozent und damit im Vergleich zu anderen um bis zu einem Prozentpunkt besser. „Es gibt keinen Handlungsbedarf“, betonte Klein.

Über dts Nachrichtenagentur

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