Schwaben-Süd/West – Polizei zieht Bilanz aus der Freinacht

Polizeipräsidium Schwaben-Süd/West + 01.05.2013 + 13-0802

polizisten-38Auch wenn weniger Anrufe als im Vorjahr die Polizei erreichten, war es dennoch eine arbeitsreiche Nacht für die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. Personengruppen wurden deutlich angesprochen und aufgeklärt. Sachbeschädigungen und Körperverletzungen leicht rückgängig.

Im Zeitraum vom 30.04.2013, 19.00 Uhr, bis 01.05.2013, 7 Uhr, wurde im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West rund 220 mal der polizeiliche Notruf gewählt. Dies entspricht einem Rückgang von gut 7 Prozent im Vergleich zur Notrufanzahl des Vorjahres. Die Notrufe, und auch die direkten Mitteilungen bei den örtlichen Polizeidienststellen, hatten überwiegend Bezug zur Freinacht und zogen polizeiliche Einsätze nach sich. Eindeutiger Einsatzschwerpunkt der Polizei lag in der Zeit von 22.15 Uhr bis Mitternacht.

Vorläufig weniger Sachbeschädigungen

Die bisherigen Meldungen der Dienststellen über die bis dato bekannt gewordenen Vorfälle und erstatteten Anzeigen zeichnen ab, dass die Zahl der Sachbeschädigungen gegenüber dem Vorjahr rückläufig sein dürfte. So waren heuer in den frühen Morgenstunden 17 Fälle von Sachbeschädigungen bekannt geworden, während es im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres 22 Fälle waren. Allerdings muss erfahrungsgemäß davon ausgegangen werden, dass diese Zahl im Laufe der nächsten Stunden und Tage noch deutlich ansteigen wird, da etliche Taten erst im Nachhinein bekannt und angezeigt werden. Im Jahr 2012 kam es abschließend zu über 80 strafbaren Beschädigungen, die einen Schaden von über 500.000 Euro verursachten. Der Tagesdurchschnitt an Sachbeschädigungen im Präsidiumsbereich betrug 16 Fälle im vergangenen Jahr.
Die Bandbreite der bisher verzeichneten Beschädigungen entspricht denen der Vorjahre und umfasst beschädigte Fahrzeuge, durch Eierwurf beschädigte Hausfassaden und zerstörte Bepflanzungen. Bei den Verursachern handelte es sich meist um Gruppierungen von Kindern und Jugendlichen. Diese wurden von der Polizei – die ihren Personalansatz in der Freinacht erhöht hatte – offensiv angesprochen und ihnen mögliche Konsequenzen falsch verstandenen Brauchtums aufgezeigt.


Körperverletzungen leicht gesunken

Unerfreulicherweise kommt es in der Freinacht auch jährlich vermehrt zu Körperverletzungen. Die Zahl der bisher bekannten Fälle aus der vergangenen Nacht liegt bei elf Delikten. Im vergangenen Jahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 13 bekannt gewordene Fälle. Möglicherweise wird die Zahl der angezeigten Körperverletzungen im Laufe des Tages noch ansteigen, da die durchschnittliche Anzahl entsprechender Taten in den vergangenen Freinächten bei über 35 lag. Täter waren meist alkoholisierte männliche Heranwachsende oder junge Erwachsene.


Alkoholmissbrauch durch Fahrzeugführer und Jugendliche

Alkohol spielte leider – auch heuer wieder – im Straßenverkehr eine Rolle. Während in der Freinacht des vergangenen Jahres 12 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr gezogen wurden, waren es in der vergangenen Nacht sogar 16 erwachsene Fahrzeugführer, die ihr Fahrzeug stehen lassen mussten und gegen die entsprechend ermittelt wird.
Dass Alkohol aber auch von Jugendlichen in der Freinacht getrunken wird, zeigten eine Vielzahl von polizeilichen Kontrollen die zur Auffindung von harten Alkoholika bei Minderjährigen führten, und so den Trend der vergangenen Jahre bestätigte. Auch hier schritten die Beamten entsprechend konsequent ein.


Auszug typischer Vorfälle

OBERSTDORF. Vier Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren drangen in der Freinacht in einem mit Gittern abgesperrten Platz vor einem Lebensmittelmarkt in Oberstdorf ein. Dort waren Blumen, Erde und Blumenkästen zum Verkauf abgestellt. Sie rissen zunächst die Verpackung der Blumenerde auf und verstreuten diese auf dem Parkplatz. Auch beschädigten sie Blumen und die dazugehörigen Kästen. Zwei der vier Täter konnten kurz nach der Tat durch eine Streifenbesatzung festgestellt werden, die beiden weiteren Täter sind ebenfalls bekannt. Sie werden wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung angezeigt.

Lkrs. Oberallgäu/Weitnau –  Im Bereich einer Laderampe eines Verbrauchermarktes in der Hoheneggstraße entzündeten bislang Unbekannte mehrere Plastikplanen, die auf einem Rolltisch gelagert waren. Glücklicherweise waren die Flammen nicht so hoch, dass sie auf das Gebäude übergreifen konnten. Ein Anwohner entdeckte die Flammen und konnte sie noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr selbst ablöschen. Hier bittet die Polizei um entsprechende Hinweise.

Kaufbeuren – Im Bereich des Jordanparks griff die Sicherheitswacht in der vergangenen Nacht fünf Jugendliche auf, die allesamt alkoholisiert waren. Alle angetrunkenen Jugendliche wurde an die Eltern übergeben. Ein 14-jähriges Mädchen wies sogar eine Alkoholisierung von knapp einem Promille auf.

Lkrs. Ostallgäu/Rieden-Zellerberg – Gegen 22.40 Uhr kam es in Zellerberg zu mehreren Straftaten. Eine Gruppe von 12 Jugendlichen zog durch die Straßen und entwendete Blumentöpfe, beschädigte Pflanzen, beleidigte Anwohner und betrat widerrechtlich deren Grundstücke. Eine Strafanzeige wird nun die Folge dieser Freinachtscherze sein.

Lindau – Im Bereich des Schulzentrums wurden in der vergangenen Nacht drei junge Burschen angetroffen, die zuvor Stützpfosten eines frisch gepflanzten Baumes zusammen getreten und Werbeplakate abgerissen hatten. Mit Brauchtum hatte diese nichts zu tun: Auf die 16 und 17 Jährigen kommt nun eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zu.

Lkrs. Unterallgäu/Bad Wörishofen – Etliche Mülltonnen wurden auf Privatgrundstücken umgekippt und entleert. Die verantwortliche Gruppe konnte aufgrund vieler Hinweise aus der Bevölkerung festgestellt werden und wurde bezüglich der Beseitigung des herumliegenden Mülls zur Verantwortung gezogen.

Lkrs. Neu-Ulm/Vöhringen – Gegen 23.00 Uhr wurden drei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren angetroffen, welche beim Erblicken der Streife das Weite suchten. Sie konnten jedoch eingeholt werden. Bei ihnen wurde deutlicher Alkoholgeruch wahrgenommen. Ein freiwillig durchgeführter Alkotest ergab Werte von über 0,4 bis über 1,2 Promille. Die Jugendlichen wurden ihren Eltern übergeben.

Lkrs. Günzburg/Günzburg In den frühen Morgenstunden konnte von einem aufmerksamen Zeugen beobachtet werden, wie zwei Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren auf einem Parkplatz eines Verbrauchermarkts in der Augsburger Straße Silvesterböller in einen Schacht der dortigen Tiefgarage geworfen hatten. Die Jugendlichen erwartet nun eine Ordnungswidrigkeitenanzeige nach dem Sprengstoffgesetz.


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