Schmidt-Schaller: "In der Schule ist die Mauer erst 1997 gefallen"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Berliner Schauspielerin Petra Schmidt-Schaller glaubt, dass rassistische Ressentiments in Ostdeutschland auf besonders fruchtbaren Boden fallen. „Ich glaube, das hängt auch an der Bildung. Als die Mauer fiel, haben sich ja nicht gleich unsere Lehrer geändert. Russischlehrer haben plötzlich Englisch unterrichtet, es war hanebüchen. In der Schule ist die Mauer erst 1997 gefallen“, sagte sie im Interview mit der „Welt“.

Außerdem habe der DDR „die 68er-Bewegung gefehlt, die gegen die Nazis aufbegehrt hat. Im Osten gab es nur die Stasi und die Angst vor ihr.“ Am Sonntagabend war Schmidt-Schaller zum letzten Mal an der Seite von Wotan Wilke Möhring als Kommissarin Katharina Lorenz im Tatort zu sehen. Der Fall beruhte auf einer wahren Geschichte: Dem Tod eines afrikanischen Flüchtlings, der bei einem Brand in seiner Polizeizelle in Dessau starb. Der Fall habe sie sehr berührt, sagte Schmidt-Schaller der Zeitung. Aber heute machten sie Menschen, die Heime anzünden, wütend. „Das ist echt ein Problem. Umso mehr freue mich über die Welle der Hilfsbereitschaft, die den Flüchtlingen jetzt von allen Seiten entgegenschwappt. Auch unsere Hausgemeinschaft will sich jetzt um eine Flüchtlingsfamilie kümmern.“ Sie selbst sei bislang noch nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten, sagte sie weiter, nur mit dem Polizeipräsidenten: „Ich habe eine sehr enge Beziehung zum Polizeipräsidenten. Mit meinen Blitzer-Fotos kann man bald eine kleine Galerie aufmachen“, gestand sie.

Baukräne an einem Rest der Berliner Mauer, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Baukräne an einem Rest der Berliner Mauer, über dts Nachrichtenagentur