Schlaganfall durch unbemerktes Vorhofflimmern: mit Pulsmessung vermeidbar

notarzt nacht polizei feuerwehrArzt sollte bei Patienten mit Bluthochdruck oder im Alter von über 65 immer zuerst den Puls fühlen – Jeder kann selbst Puls messen.

Oft werden Menschen von einem Schlaganfall getroffen, weil sie Vorhofflimmern haben, ohne es zu wissen: Unbehandelt und ohne schützende Wirkung gerinnungshemmender Medikamente sind sie schutzlos dem Schlaganfall ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Die Deutsche Herzstiftung rät deshalb zur regelmäßigen Pulsmessung, um dadurch frühzeitig Auffälligkeiten des Herzschlages wie Vorhofflimmern zu entdecken und sie durch einen Arzt abklären zu lassen. Wie Patienten und Angehörige zu Hause ganz leicht den Puls messen können und so ihr Risiko für einen Schlaganfall senken können, zeigt die neue Pulskarte für den Geldbeutel, die die Deutsche Herzstiftung (kostenfrei) unter www.herzstiftung.de/puls-messen anbietet.

Pulsmessung: Besonders wichtig bei Bluthochdruck oder im Alter ab 65 Jahre
„Allein mit Hilfe der Pulsmessung ließe sich die Mehrheit der Schlaganfälle aufgrund von unbemerktem Vorhofflimmern vermeiden, da diese Patienten nach Aufdeckung der Rhythmusstörung mit Hilfe gerinnungshemmender Medikamente vor dem Schlaganfall geschützt werden könnten“, unterstreicht Kardiologe Prof. Dr. med. Dr. h. c. Günter Breithardt vom Universitätsklinikum Münster, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. „Den Puls am Handgelenk selbst messen kann jeder lernen. Die Pulsmessung empfehlen wir besonders sowohl Männern als auch Frauen ab dem 65. Lebensjahr und Bluthochdruck-Patienten, denn etwa 70 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern haben Bluthochdruck. Ärzte sollten beim Arztbesuch besonders dieser Patienten immer zuerst den Puls fühlen und bei Auffälligkeiten ein EKG machen“, betont Prof. Breithardt.
Ist der Puls unregelmäßig oder liegt er in Ruhe über 100 Schläge pro Minute, sollte man so schnell wie möglich den Arzt aufsuchen, um zu klären, ob Vorhofflimmern dahinter steckt – schon in wenigen Stunden können in den Herzvorhöfen Blutgerinnsel entstehen, die vom Blutstrom mitgeschleppt Arterien verschließen und je nach betroffenem Areal einen Schlaganfall verursachen.
Auch können Patienten selbst Unregelmäßigkeiten des Pulses feststellen, wenn sie ihren Blutdruck mit Blutdruckmessgeräten, die neben dem Blutdruck auch einen unregelmäßigen Herzschlag anzeigen, messen. Sie sollten bei einem auffallenden Befund dann den Herzrhythmus beim Internisten oder Kardiologen durch ein EKG überprüfen lassen. Wenn der Puls unregelmäßig oder z. B. zu schnell ist, muss der Arzt dann prüfen, ob Rhythmusstörungen vorliegen.

Risiko für Vorhofflimmern wächst mit dem Alter
Tückisch ist, dass Vorhofflimmern bei der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auftritt und dadurch unbemerkt bleibt. Das gilt verstärkt für ältere Patienten. Mit dem Alter steigt das Risiko, von Vorhofflimmern betroffen zu werden. Bei den über 60-Jährigen liegt die Häufigkeit bei 4-6 %, bei den über 80-Jährigen bereits bei 9-16 %. Vorhofflimmern ist meistens dadurch gekennzeichnet, dass das Herz völlig außer Takt ist, es schlägt chaotisch und rast mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute, selten sogar schneller. Oft begleiten innere Unruhe, Angstgefühle, Abgeschlagenheit, Atemnot oder Leistungseinschränkungen das Herzstolpern und Herzrasen.

Wie misst man den Puls?
Zunächst bleiben Sie 5 Minuten ruhig sitzen. Dann suchen Sie mit dem Zeige- und Mittelfinger an der Innenseite des Unterarms unter dem Daumen die Unterarmarterie. Messen Sie den Puls 30 Sekunden lang und verdoppeln Sie das Ergebnis. Dabei lassen sich auch Unregelmäßigkeiten des Pulses feststellen.
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