Rügenwalder will künftig vegetarische Produkte herstellen

Bad Zwischenahn – Der Wursthersteller Rügenwalder Mühle steht vor einer tiefgreifenden Neuausrichtung: Einen großen Teil des Geschäfts will das Unternehmen künftig mit vegetarischen Produkten machen, sagte Geschäftsführer und Miteigentümer Christian Rauffus der „Welt am Sonntag“. „Innerhalb der nächsten fünf Jahre wollen wir mindestens 30 Prozent unseres Umsatzes mit vegetarischen Produkten erzielen. Das Geschäft soll eine tragende Säule des Unternehmens werden.“

Rügenwalder will mit den neuen Produkten die größer werdende Gruppe von Verbrauchern bedienen, die kaum oder gar kein Fleisch essen. Der Wurstmarkt in Deutschland schrumpft seit Jahren. „Wir passen uns an und werden ab Dezember auch fleischfreie Wurst anbieten. Wenn es den Kunden schmeckt, wird sich das durchsetzen“, sagte Rauffus im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“. Geplant seien unter anderem fleischlose Mortadella und Frikadellen. Grundlage der neuen Produkte sei ein Rohstoff aus Hühnereiern und Rapsöl. Das Unternehmen experimentiere zudem mit einer veganen Variante. „Ich habe der Familie schon Proben mit nach Hause gebracht. Die haben das drei Tage lang als Geflügelaufschnitt gegessen und nichts gemerkt“, sagte Rauffus. Unternehmenschef Christian Rauffus reagiert mit der neuen Produktlinie auch darauf, dass Fleisch und Wurst bei vielen Verbrauchern mit einem schlechten Image kämpfen. „Mein Sohn erzählt mir von seiner Clique. Auf Feiern wird dort vegetarisch gegessen oder Fisch. Steak isst er eigentlich nur zu Hause“, sagte Rauffus der „Welt am Sonntag“. „Das ist schon ähnlich wie mit dem Rauchen. Es gibt einige in der Branche, die sagen, die Wurst wird die Zigarette der Zukunft.“

Über dts Nachrichtenagentur

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