RTL räumt Fehler bei "Schwiegertochter gesucht" ein

Köln (dts Nachrichtenagentur) – Der Fernsehsender RTL hat zu dem „Schwiegertochter gesucht“-Beitrag im „Neo Magazin Royale“ Stellung genommen und Fehler „im Bereich der redaktionellen Sorgfaltspflicht“ eingeräumt. Die Produktion der aktuellen Staffel werde daher von einem neuen Team realisiert, sagte RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger am Freitag. Die Aufwandsentschädigung von nur 150 Euro für bis zu 30 Drehtage sei für Arbeitslose deswegen so bemessen, weil bei einer höheren Summe die Bezüge wie das Arbeitslosengeld gestrichen würden.

Die Aufwandsentschädigung sei ohnehin nicht die Motivation der Protagonisten, die im Rahmen einer TV-Sendung einen Partner suchten, so Sänger. Dass der Vertrag erst knapp zwei Monate später zugesandt wurde, habe daran gelegen, dass die beiden Schauspieler in der angemieteten Wohnung nach dem Dreh nicht gemeldet und somit auch nicht erreichbar gewesen seien. „Der bereits deutlich früher durch die Produktion postalisch verschickte Vertrag kam immer wieder zurück“, so der RTL-Unterhaltungschef. Dass die Redakteure Schildkröten oder ein Puzzle mitgebracht hätten, sei weder eine gezielte Manipulation noch eine Verdrehung von Tatsachen. Es habe sich dabei schlicht um übliche „Gastgeschenke“ gehandelt. Dass den Protagonisten ein konkreter Textvorschlag gemacht wurde, sei jedoch „genau genommen falsch“ gewesen. Nach Angaben von RTL hatte das Team von ZDF-Moderator Böhmermann einen gefälschten Mietvertrag sowie eine gefälschte eidesstattliche Erklärung vorgelegt. Es sei ein Fehler gewesen, nicht auf Vorlage des Ausweises zu bestehen. Das Team von Jan Böhmermanns Sendung „Neo Magazin Royale“ hatte zwei professionelle Schauspieler in der RTL-Sendung „Schwiegertochter gesucht“ untergebracht. Bei dem Kandidaten „Robin“, der bei RTL im April als „einsamer Eisenbahnfreund“ vorgestellt wurde, handelte es sich tatsächlich um Schauspieler Simon Steinhorst. Der Vater wurde von Andreas Schneiders gespielt. Böhmermann stellte die Aktion in seiner Sendung unter dem Hashtag „Verafake“ vor und sprach von systematischer Manipulation durch RTL. Die Kandidaten seien von den RTL-Redakteuren noch weitaus lächerlicher inszeniert worden, als die Schauspieler ihre Rolle selbst geplant hätten. „Und das will was heißen“, so Böhmermann. Einige Stunden nach der ZDF-Ausstrahlung wurde „Robin“ auf der RTL-Internetseite aus der offiziellen Kandidatenliste der Sendung entfernt.


Foto: „Verafake“ im ZDF-„Neo Magazin Royale“, ZDF, über dts Nachrichtenagentur