Ramelow beklagt sich bei Merkel über Seehofers Energiepolitik

Bodo Ramelow, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bodo Ramelow, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschrieben, in dem er sich über den Kurs des bayerischen Regierungschefs Horst Seehofer bei der Energiewende beklagt. In dem Schreiben, über das die „Welt“ berichtet, kündigte Ramelow „klaren Widerstand“ an, sollte Seehofer bei seiner Weigerung bleiben, den Bau einer Stromtrasse von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern („Südwestkuppelleitung“) zuzustimmen. Der „Welt“ sagte Ramelow: „Seehofer macht Politik gegen Berlin auf Kosten Thüringens.“

Es seien Trassen durch die Natur geschlagen worden, gegen den Protest der Bürger vor Ort, so Ramelow weiter. „Und nun will Bayern dort den Strom gar nicht haben.“ Um den Bau neuer Stromtrassen auf ein Minimum zu reduzieren, forderte Ramelow eine neue Bund-Länder-Strategie: „Zunächst muss geklärt werden, wer wie viel Strom in seinem Bundesland produzieren wird.“ Daraus leite sich dann ab, welche neuen Stromtrassen tatsächlich notwendig seien. Ramelow schlug Seehofer vor, statt in neue Gaskraftwerke zu investieren und damit die bayerische Grundlast zu sichern, „könnte Strom aus erneuerbaren Energien in thüringischen Pumpspeicherwerken gespeichert werden“.

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