Quartiersentwicklung: Auch Ottobeuren, Lautrach und Ettringen sind dabei

In Erkheim gibt es schon konkrete Pläne zur Quartiersentwicklung. Im Bild (von links) Rosmarie Jöchle (Rentnerin), Barbara Schultheiß (Rentnerin) und Pfarrer Friedrich Koslowski. Foto: Landratsamt/Hubert Plepla

In Erkheim gibt es schon konkrete Pläne zur Quartiersentwicklung. Im Bild (von links) Rosmarie Jöchle (Rentnerin), Barbara Schultheiß (Rentnerin) und Pfarrer Friedrich Koslowski. Foto: Landratsamt/Hubert Plepla

Landkreis unterstützt drei weitere Gemeinden bei der Entwicklung eines Quartierskonzepts

Nahezu verdoppeln soll sich der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen im Unterallgäu binnen der nächsten 18 Jahre. Das besagt eine Studie des Landesamtes für Statistik. Verdoppelt hat sich bereits jetzt die Anzahl der Gemeinden, die vom Landkreis bei der Umsetzung eines Quartierskonzepts unterstützt werden. Neben Erkheim, Mindelheim und Wolfertschwenden hat das Landratsamt nun auch Ottobeuren, Lautrach und Ettringen ausgewählt.

Die Quartiersentwicklung ist ein Baustein des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises Unterallgäu. Es geht darum, das Lebensumfeld für Senioren so zu gestalten, das Menschen auch bei Unterstützungsbedarf möglichst lange zu Hause wohnen können. Quartierskonzepte beziehen sich auf den Nahraum, mit dem sich ein Mensch identifiziert – also auf ein Viertel oder ein Dorf. Dieses wird ganzheitlich betrachtet, also sowohl soziale als auch bauliche Strukturen berücksichtigt. Entwickeln sollen das Konzept federführend die Bürger und Akteure im Quartier.

Der Landkreis unterstützt die ausgewählten Gemeinden finanziell und konzeptionell. Fachlich begleitet außerdem die Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung den Prozess; Die wissenschaftliche Auswertung übernimmt das Kuratorium für Deutsche Altershilfe (KDA).   

„Bevorzugt mit in das Programm aufgenommen wurden Gemeinden, die sich bereits im Vorjahr beworben hatten und nicht zum Zug kamen“, so Hubert Plepla, Koordinator des Seniorenkonzepts am Landratsamt. Zudem mussten die Gemeinden in ihrem Antrag verschiedene Kriterien angeben. Neben den Ressourcen im Quartier, wie zum Beispiel bürgerschaftliche Initiativen, wurde auch nach dem professionellen Dienstleistungsspektrum gefragt. Darüber hinaus waren die Zielvorstellungen und die Nachhaltigkeit Themen.

Inzwischen laufen in Ottobeuren, Lautrach und Ettringen erste Gespräche, zum Beispiel werden Termine für Workshops und für die Bürgerbeteiligung vereinbart, die Rolle der Kommunen besprochen und die maßgeblichen Akteure festgelegt. Mit der Umsetzung des Quartierskonzepts kann in den drei Gemeinden laut Plepla nach dem Sommer begonnen werden.

„In Erkheim, Wolfertschwenden und Mindelheim ist das Projekt mittlerweile als fortlaufender, dynamischer Prozess ins Gemeindeleben integriert“, sagt er. Die Arbeitsgruppen können bereits konkrete Ergebnisse verzeichnen. Unter anderem wird in Erkheim das alte Molkerei-Areal zu einem Wohn-, Beratungs- und Begegnungszentrum umgestaltet. In Mindelheim entwickeln die Akteure ein Angebot zur Mobilität für Senioren mit Unterstützungsbedarf und Menschen mit Behinderung sowie ein Konzept für eine Nachbarschaftshilfe. In Wolfertschwenden befassen sich die Verantwortlichen mit einem Wohnprojekt für ältere Menschen. Bereits eingeführt wurden regelmäßige Treffs für Senioren. Zudem haben alle drei Gemeinden Fördermittel beim Sozialministerium beziehungsweise beim Deutschen Hilfswerk beantragt und die Kommunen haben Stellen für das Quartiersmanagement ausgeschrieben.

„Es hat sich schon einiges getan und wir freuen uns, dass wir den Stein jetzt auch in drei weiteren Gemeinden ins Rollen bringen“, freut sich auch Landrat Hans-Joachim Weirather.

Weitere Informationen zur Quartiersentwicklung und die Ergebnisse der ersten beiden Befragungen des KDA finden Sie auf der Internetseite des Landratsamts unter www.unterallgaeu.de/quartiersentwicklung

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