Präsident Duda gegen Aufnahme weiterer Flüchtlinge in Polen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Polens Präsident Andrzej Duda lehnt die Aufnahme neuer Flüchtlinge in seiner Heimat ab. Zwar wolle sich „Polen als EU-Mitglied solidarisch zeigen, aber was Flüchtlinge angeht haben wir ein besonderes Problem wegen des Konflikts in der Ukraine“, sagte Duda zu „Bild“ (Donnerstag). Solange „der Krieg andauert, werden weiterhin Tausende Ukrainer außer Landes fliehen, vor allem nach Ungarn und nach Polen“.

Schon jetzt gebe es Hinweise, dass mehrere Hunderttausend Ukrainer nach Polen flüchten wollen.“Andere Staaten Europas sollten das berücksichtigen, wenn wir über Hilfsbereitschaft sprechen“, forderte Duda in „Bild“. Als nächster Nachbar der Ukrainer würden bei einer weitere Eskalation des Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine „noch sehr viel mehr Flüchtlinge zu uns kommen“, mahnte Duda. Polens Präsident dankte den Deutschen zudem für die zu Zeiten des Kalten Krieges geleistete Hilfsbereitschaft. So hätten die Polen „auch die Hilfspakete nicht vergessen, die uns Deutsche in den 80er-Jahren schickten“ sagte Duda zu „Bild“. Angesichts der aktuellen Flüchtlingskrise mahnte Duda, „dass wir als EU die Ursachen der Flucht bekämpfen – und zwar in den Ländern, aus denen die Menschen zu uns kommen“. Dabei gelte es, „verstärkt die organisierten Schleuserbanden“ zu bekämpfen, die mit dem Elend der Flüchtlinge ein Milliardengeschäft machten.

Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle, über dts Nachrichtenagentur