Poroschenko spricht von "Kriegzustand" in Ostukraine

Kiew (dts Nachrichtenagentur) – Der zum ukrainischen Präsidenten gewählte Petro Poroschenko hat mit dramatischen Worten auf die sich verschärfende Lage in der Ostukraine reagiert und von einem „echten Kriegszustand“ gesprochen. „Die Anti-Terror-Operation hat endlich richtig begonnen“, sagte Poroschenko der „Bild-Zeitung“ (Mittwochausgabe). „Wir lassen es nicht länger zu, dass diese Terroristen Menschen entführen und erschießen, dass sie Gebäude besetzen und Gesetze außer Kraft setzen. Wir werden diesen Schrecken beenden, hier wird echter Krieg gegen unser Land geführt.“

Auf die Frage der „Bild-Zeitung“, ob Poroschenko angesichts der Schwierigkeit der Aufgabe Angst vor seinem Amt als Präsident habe, sagte er: „Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch, und wenn die Probleme in unserem Land nicht so groß wären, hätte ich wahrscheinlich auf eine Kandidatur verzichtet. Es gibt genug, was ich außerhalb der Politik hätte machen können“, so Poroschenko. „Aber ich glaube, dass in dieser Situation das Land jetzt mit allen Kräften gerettet werden muss. Wir befinden uns im Osten in einem Kriegszustand, die Krim wurde von Russland besetzt und es gibt eine große Instabilität. Wir müssen reagieren.“ Poroschenko sagte, dass er bereits jetzt vor seiner Vereidigung in engem Kontakt zur Regierung stehe. Ziel sei, die Separatistenführer festnehmen zu lassen. Poroschenko sagte der „Bild-Zeitung“: „Wir wollen sie festnehmen lassen und vor ein Gericht stellen. Aber klar ist auch: Wenn schwer bewaffnete Kämpfer auf unsere Soldaten schießen, dann muss sich unser Militär wehren. Oberste Priorität als Präsident hat für mich jetzt die Armee, wir müssen die Soldaten in Zeiten des Krieges dringend finanziell besser ausstatten.“

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