Politik und Kirche kritisieren Sat.1-Show "Hochzeit auf den ersten Blick"

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Berlin – Politik und Kirche üben heftige Kritik an der Sat.1-Kuppelshow „Hochzeit auf den ersten Blick“, bei der die Kandidaten heiraten, ohne sich zuvor gesehen zu haben. „Die Ehe ist definitiv kein Spaß für eine kurze Fernsehunterhaltung, bei der zwei Menschen sich auf Medienexperten verlassen, ohne zu wissen, ob sie sich im wahrsten Sinne des Wortes überhaupt riechen können. Die Zeiten des Verkuppelns sind vorbei“, schreibt die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, in „Bild am Sonntag“.

Käßmann hält die Sendung, die am Sonntagabend um 17:55 Uhr erstmals auf Sat.1 zu sehen sein wird, für oberflächlich: „In einer Zeit, in der die Ehe zur TV-Show wird, möchte ich für Ernsthaftigkeit plädieren, auch wenn manche mich als Spaßverderberin hinstellen werden. Friedrich Schillers Lied von der Glocke hat tiefe Weisheit: `Drum prüfe, wer sich ewig bindet.`“ Ähnlich kritisch sieht Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, die Fernsehsendung. „Ich halte davon nichts und hoffe, dass diese Sendung bald wieder vom Markt verschwindet. Das widerspricht unserem Gedanken von der Ehe, die aus gegenseitiger Zuneigung entstehen sollte und Keimzelle der Gesellschaft ist.“

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