Piloten und Behörde warnen vor Hacking von Flugzeugen

Flugzeug mit Passagieren auf dem Rollfeld, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Flugzeug mit Passagieren auf dem Rollfeld, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) warnt vor der Gefahr, dass Hacker in die Steuerungscomputer von Passagierflugzeugen eindringen und die Maschine zum Absturz bringen könnten. „Die Industrie und die Fluggesellschaften dürfen das nicht weiter aussitzen“, sagte VC-Sprecher Markus Wahl dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Das Problem dürfe nicht verharmlost und nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Die Pilotengewerkschaft arbeitet mit dem Berliner IT-Spezialisten Hugo Teso zusammen, der die Sicherheitslücken bereits der Europäischen Flugsicherheitsagentur EASA vorgeführt hatte. „Es gibt in modernen Flugzeugen eine ganze Reihe von Einfallstoren, über die Hacker in verschiedene Systeme der Maschinen vordringen können“, sagte Teso dem „Spiegel“. Deutsche Behörden wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nehmen Tesos Thesen ernst: Man habe sich mit dessen Untersuchungen „intensiv beschäftigt“, sagte ein Sprecher. „Seine Vorgehensweise ist nachvollziehbar, und er hat Schwachstellen aufgezeigt, die beseitigt werden müssen.“ In den USA ermittelt die Bundespolizei FBI gegen einen IT-Spezialisten, der sich an Bord eines Flugzeugs über das Unterhaltungssystem des Fliegers in die Flugcomputer eingehackt haben will. Das FBI hat konkrete Verdachtspunkte dafür, dass dies dem Mann tatsächlich gelungen sein kann, und wertet nun dessen sichergestellten Computer aus.

Über dts Nachrichtenagentur