Pforzen – Gefahrstoffmessungen durch eine Spezialeinheit der Berufsfeuerwehr München

Lkrs. Ostallgäu/Pforzen | 29.03.2012 | 12-0699

NACHTRAG 18.45 Uhr:

Die Befürchtung, dass beim Brand der Wertstoffe giftige Schadstoffe entstanden sein könnten, hat sich nicht bestätigt. Die angeforderte Analytische Task Force, die bei der Berufsfeuerwehr München stationiert ist, hatte an mehreren Messpunkten, an der Einsatzstelle und im Umkreis, den Schadstoffgehalt in der Luft und in Bodennähe gemessen und keine relevanten Konzentrationen festgestellt. Es ist daher davon auszugehen, dass bei dem Brand, wohl auch bedingt durch die hohen Temperaturen, keine gesundheitsgefährdenden Verbindungen entstanden sind.

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Der Brand in der Wertstoffhalle bei Pforzen konnte im Laufe des Donnerstagmittags, 29.03.2012 nach massivem Einsatz von Löschschaum durch die Feuerwehren vor Ort und Unterstützung durch die Berufsfeuerwehr München weiter unter Kontrolle gebracht werden. Die Löscharbeiten gehen gut voran, werden jedoch noch längere Zeit, wenn nicht Tage, in Anspruch nehmen.
2012-03-29 pforzen ostallgaeu Recycling Brand Feuer Feuerwehr BRandgase new-facts.eu 0037Aufgrund des Großbrandes und der Rauchentwicklung wurden durch die Feuerwehr Kaufbeuren umgehend Schadstoffmessungen in den durch die Windrichtung möglicherweise betroffenen Gebieten Untergermaringen (Schule und Kindergarten), Obergermaringen (Schule und Kindergarten) und Neugablonz (Schule Turnerstraße und Jeschkenweg) durchgeführt. Im bewohnten Gebiet waren keine Schadstoffkonzentrationen nachweisbar.

Aus Sicherheitsgründen wurde dennoch die bei der Berufsfeuerwehr München stationierte Analytische Task Force (ATF), eine Spezialeinheit zur Erkennung und Bekämpfung biologischer, chemischer oder radiologischer Gefahren, angefordert. In ganz Deutschland sind sieben solcher Einheiten stationiert. Diese führte am Mittag und Nachmittag weitere, umfangreiche Messungen durch. Die ersten Ergebnisse rund um die unmittelbare Einsatzstelle, ergaben keine giftigen Schadstoffe in relevanter Konzentration, ausser dem Brandrauch selbst.


Es besteht daher die Möglichkeit, dass beim Verbrennen der gelagerten Wertstoffe, die z.T. zu Ersatzbrennstoffen weiterverarbeitet werden, keine Gefahren für die Umwelt entstanden sind. Es werden aber durch die ATF weitere Messungen an aussagekräftigen Punkten im Umkreis der Einsatzstelle durchgeführt.
Bis zum Vorliegen der Ergebnisse bleibt daher vorsorglich die Aufforderung an die Bevölkerung der betroffenen Ortsteile Ober- und Untergermaringen sowie Neugablonz, Fenster und Türen geschlossen zu halten, weiter aufrecht erhalten.

Eine Aussage zur Brandursache kann derzeit nicht getroffen werden.  Die Ermittlungen werden durch die Kriminalpolizei Kaufbeuren geführt.

Firmenbetreiber, Landratsamt und die Feuerwehr tun alles dafür, dass keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung und Einsatzkräfte entsteht. Die Messungen werden von Spezialisten ausgeführt, die darin speziell ausgebildet sind.

Ein großes Lob haben die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst verdient. Sie sind nun schon seit mehr als 14 Stunden im Einsatz und machen ihren Job – was man dabei nicht vergessen darf es sind ehrenamtliche Feuerwehrleute, die hier freiwillig für andere eintreten. Ein herzliches Danke schön auch unsererseits.

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