Pforzen – BWZ – Betreiber erhöht Sicherheitsstandards

Lkrs. Ostallgäu/Pforzen | 04.06.2012 | 12-1202

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Nach dem Großbrand auf dem Gelände der Bayerischen Wertstoffzentrale in Pforzen, Lkrs. Ostallgäu, bei dem mehrere Tage ein Großaufgebot an Feuerwehren und Rettungskräften mit Lösch- und Abraumarbeiten beschäftigt waren, wurde nun ein Maßnahmenkatalog aus der Einsatzerfahrung beschlossen.

Die verschiedenen Fachstellen im Landratsamt haben sich, wie bereits bei einer Besprechung am 08. Mai 2012 angekündigt, in den letzten Tagen mehrmals mit Vertretern der Betreiber getroffen und zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung des Brandschutzes und der Sicherheit der Anlage beschlossen.

Bereits bei der Nachbesprechung vom 08.05.2012 zum ersten Brand wurde festgelegt, dass mit den Betreibern Gespräche des Landratsamtes zu weiteren Maßnahmen für den Brandschutz stattfinden. Diese letzte Woche geführten brachten nun konkrete Ergebnisse. Die Genehmigungsbehörde und der Betreiber einigten sich auf eine Reihe von Brandschutz- und Sicherheitsmaßnahmen.

Dazu gehört zunächst die schnelle Errichtung eines zweiten Löschwasserbehälters auf dem Gelände der Betreiberfirma mit einem Volumen von 500.000 Litern. Als Sofortmaßnahme wird umgehend ein Löschwassertank mit rund 100.000 Liter auf dem Gelände aufgestellt.

Zusammen mit dem bereits vorhandenen Behälter stehen den Einsatzkräften dann vor Ort mehr als 900.000 Liter Löschwasser zur Verfügung. Das ist rund das 5-fache der nach den gesetzlichen Richtlinien geforderten Menge und entspricht einem Schwimmbecken mit 30 m Bahnlänge.

Durch die Positionierung der zusätzlichen Behälter wird zudem ein einsatztaktisch sinnvoller Löschangriff von mehreren Seiten erleichtert und die Zahl der zur Verfügung stehenden Anschlüsse erweitert.

„Aufgrund der Erfahrungen haben wir hier höhere Anforderungen an den Objektschutz gestellt“, so das zuständige Landratsamt. Dennoch wäre eine so schnelle Abhilfe ohne das Einverständnis des Betreibers nicht umsetzbar gewesen.

Weiterhin stellt der Betreiber der Anlage den Feuerwehren in Germaringen und Pforzen zusätzliche Sonderausrüstung zur Verfügung. Es werden zwei sogenannte Löschmonitore mit Zubehör beschafft, das sind Löschkanonen, die einen gezielteren Einsatz der Löschmittel mit höherem Durchsatz und größerer Wurfweite ermöglichen.

Zum Betrieb dieser Spezialgeräte werden auf dem Gelände zwei Tonnen Sonderlöschmittel-Schaum vorgehalten.

Zur Ursache des Brandes laufen noch die Ermittlungen der Kriminalpolizei Kaufbeuren. Bislang gibt es dazu kein endgültiges Ergebnis.

Bei den Gesprächen mit dem Landratsamt war daher auch eine Selbstentzündung der Stoffe ein Thema, das betrachtet wurde. Dabei ist eine Ursache allein durch die Lagerung laut Betreiber unwahrscheinlich. Denkbar wäre eher, dass leicht entzündbare Stoffe in die angelieferte Ware gelangten.

Um eine solche Reaktion auszuschließen werden für die Zukunft noch strengere Vorsorgemaßnahmen getroffen. Bei der Anlieferung findet eine noch genauere Kontrolle der Wertstoffe statt. Wöchentlich werden zudem Proben auf ihre Zusammensetzung in einem Labor analysiert.

Die Lagerungsgeometrie folgt den einschlägigen Empfehlungen von Experten, so dass z.B. eine Lagerhöhe bei loser Schüttung von vier Metern nicht überschritten wird. Bis auf weiteres wird die täglich angelieferte Menge der Stoffe reduziert und erfolgt direkt über die Gewerbesortieranlage. Damit fallen nur sehr kurze bis keine Lagerzeiten an, wenn auch zuvor die Lagerzeit nur wenige Tage betrug.

Das Gelände der Anlage ist vollständig umzäunt und durch Videoanlagen und Kameras überwacht. Das Landratsamt betont das hohe Maß an Verantwortung, dass die Betreiber durch diese einvernehmlichen Schritte für die Sicherheit der eigenen Anlage, aber auch der Bürger der umliegenden Gemeinden, gezeigt haben.

Der jetzt nochmals optimierte Objektschutz wird durch den sogenannten Grundschutz unterstützt, was durch eine in diesem Jahr geplante und im nächsten Jahr gebaute Wasserleitung der Gemeinde Pforzen erfolgt.

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