Petry warnt vor verfrühten Machtkämpfen um AfD-Fraktionsvorsitz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – AfD-Chefin Frauke Petry hat vor verfrühten innerparteilichen Machtkämpfen um den Vorsitz einer möglichen künftigen Fraktion ihrer Partei im Bundestag gewarnt. „Die Partei muss sich nur darüber klar sein, dass wir eine funktionale Lösung brauchen. Mehrfachspitzen à la SPD-Troika sind dem Wahlkampf wenig förderlich, wenn tatsächlich dabei verdeckt der Kampf um die zukünftige Fraktionsspitze ausgetragen wird“, sagte die Co-AfD-Vorsitzende dem Nachrichtenmagazin „Focus“ als Antwort auf die Frage, wer den Bundestagswahlkampf der Partei anführen solle.

„Ich bin mir sicher, dass die Partei das im Hinterkopf hat. Und manchmal ist die Basis ja vernünftiger als mancher Spitzenrepräsentant.“ Zur voraussichtlichen Härte des Wahlkampfs sagte Petry: „Ich glaube nicht, dass die AfD noch härter werden muss. Mir persönlich macht es nicht per se Freude, bis an die Grenze der rhetorischen Erträglichkeit zu gehen. Das wird mir zwar gerne unterstellt. Tatsächlich habe ich jedoch nur im Umgang mit den Medien gelernt zuzuspitzen, um gehört zu werden.“ Auf die Frage nach Parallelen zwischen ihren eigenen Positionen und Äußerungen der Linken-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht antwortete Petry: „Es gibt mit Frau Wagenknecht Übereinstimmungen. Sicherlich nicht in allen Punkten, aber in einigen.“ So habe sich Wagenknecht beispielsweise zum Nationalstaat bekannt, auf Grundlage einer rationalen Analyse, „der ich vollkommen folge. Und dass der Euro Europa schadet, wie Frau Wagenknecht findet, sagt die AfD seit 2013“. Sie freue sich über diese Übereinstimmungen, die es nicht nur mit der Linken, sondern auch mit Teilen der Basis der CDU gebe. Dennoch „herrschen auch große Unterschiede: Die Linke gibt vor, die Interessen der einfachen Leute in Deutschland zu vertreten, tut es in der Tagespolitik aber nicht“.

Frauke Petry, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frauke Petry, über dts Nachrichtenagentur