Palästinenserpräsident verurteilt Anschlag – Hamas zufrieden

Polizeiabsperrung in Israel, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Polizeiabsperrung in Israel, über dts Nachrichtenagentur

Jerusalem – Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem mit sechs Toten und mehreren Verletzten hat die palästinensische Seite unterschiedlich reagiert. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte den Terrorakt in einer offiziellen Mitteilung. Trotzdem erntete er harsche Kritik: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte in einem Telefonat mit US-Außenminister John Kerry, der Anschlag sei eine direkte Folge der „Aufwiegelung“ durch Abbas.

Der israelische Minister für Wirtschaft und Handel und Vorsitzende der nationalreligiösen Partei „Jüdisches Heim“, Naftali Bennett, ging wie üblich noch einen Schritt weiter: Abbas sei einer der größten palästinensischen Terroristen, sagte Bennett wenige Stunden nach dem Anschlag. Von der radikal-islamischen Hamas kam dagegen unverhohlen Lob: Hamas-Sprecher Muschir al-Masri sprach von einer „natürlichen Reaktion“ und einer „heroischen Tat“. Die Reaktionen lassen die Sorge auf eine erneute Eskalation der Gewalt steigen. Am frühen Morgen waren zwei Palästinenser während des Morgengebets in eine Synagoge im Nordwesten Jerusalems eingedrungen, hatten vier Gläubige mit einer Axt, einem Messer und einer Schusswaffe getötet und waren schließlich selbst von Sicherheitskräften erschossen worden.

Über dts Nachrichtenagentur

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