Oy-Mittelberg – Illegale Schleusung mit kurioser Geschichte

Lkrs. Ostallgäu/Oy-Mittelberg | 11.12.2011 | 11-1640

festnahme-65Eine seltsame Art sich ein Haustier zuzulegen hat ein in Schweden lebendes Ehepaar – zumindest wenn man seinen Angaben glaubt. Am Sonntag, 11.12.2011, wurde durch die Fahndung Pfronten auf der A 7 ein schwedischer Pkw, der mit vier  Personen besetzt war, kontrolliert. Fahrer war ein in Schweden lebender 48-jähriger Afghane und dessen in Chile geborene 39-jährige Ehefrau. Bei den zwei Mitfahrern handelte es sich um zwei ausweislose Afghanen.
Das „schwedische“ Ehepaar gab an, am Freitag rund 20 Stunden von Schweden nach Italien gefahren zu sein um u.a. in Rom einen Kanarienvogel zu kaufen. Bis Sonntag Abend wollte das Ehepaar wieder zu Hause in Schweden sein.  Irgendwo in Italien trafen sie dann die beiden jungen Afghanen die nach Deutschland mitgenommen werden wollten.

Die beiden jungen Afghanen hatten zuvor in Kabul 4.000 Euro bezahlt, um nach Deutschland geschleust zu werden. Das Schiff, mit dem sie von der Türkei nach Italien fahren wollten, hatte auf See einen Unfall und die beiden wurden von den italienischen Behörden aus „Seenot“ gerettet. Nach Entlassung durch die italienische Polizei gelangten die beiden Afghanen bis nach Rom. Kurz danach trafen sie „zufällig“ das Ehepaar.  Bei der Durchsuchung der Männer kamen dann allerdings statt des Kanarienvogels, die in Italien ausgestellten Papiere der beiden geschleusten Männer, die auch noch über den gleichen Familiennamen wie der Fahrer verfügen, zu Tage.
Während sich die beiden 18 und 21-Jahre alten Afghanen zwischenzeitlich in einer Auffangeinrichtung für Asylsuchende aufhalten, sitzt das aus Schweden stammende Ehepaar nach der Vorführung beim Haftrichter des Amtsgericht Kempten in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten ein.

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