Opposition kritisiert Schweigen von Afrika-Beauftragtem zu Ebola

Brüssel – Bundestagsabgeordnete der Linken und der Grünen haben das Schweigen des Afrikabeauftragten von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Günter Nooke (beide CDU), zur Ebola-Epidemie in Westafrika scharf kritisiert und Konsequenzen gefordert. Der Afrikabeauftragte der Bundesregierung „bleibe angesichts der Ebola-Katastrophe unsichtbar und unhörbar“, sagte die Gesundheitsexpertin der Linksfraktion im Bundestag, Kathrin Vogler, dem „Handelsblatt“ (Online-Ausgabe). „Das Amt kann man offenbar ersatzlos abschaffen und die so eingesparten Mittel den Ärzten ohne Grenzen spenden.“

Auch Uwe Kekeritz, Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion für Entwicklungspolitik, kritisierte Nookes Schweigen, obwohl in Westafrika „eine der größten gesundheitlichen Krisen unserer Tage“ herrsche. „Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung sollte Anwalt der betroffenen Menschen sein und laut und deutlich Hilfe einfordern. Leider ist viel zu wenig von ihm zu hören“, sagte Kekeritz dem „Handelsblatt“. Kekeritz warf der Bundesregierung vor, es „sträflich“ verpasst zu haben, frühzeitig zu handeln. „Sie hat genauso wie die internationale Staatengemeinschaft viel zu lange weggeschaut, als das Virus begann, sich auszubreiten.“ Der Aufbau von verlässlich funktionierenden Gesundheitssystemen sei in dramatischer Weise vernachlässigt worden. „Diese Ignoranz wirkte am Ende wie ein Brandbeschleuniger für die Epidemie.“

Über dts Nachrichtenagentur

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